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Zuletzt aktualisiert: 10.07.2012 um 11:05 UhrKommentare

Angst vor Staub und Lärm

Die Firma Harsco plant in Mitterdorf eine Recyclinganlage für Schlacke. Die Anrainer befürchten Staub und Lärm sowie die Belastung des Grundwassers. Die Firma sieht das anders.

Giorgio Arcangeletti von "Harsco Minerals" (rechts) und sein Rechtsbeistand Martin Eisenberger mit einem Stück Schlacke

Foto © POTO Giorgio Arcangeletti von "Harsco Minerals" (rechts) und sein Rechtsbeistand Martin Eisenberger mit einem Stück Schlacke

Das weltweit tätige Unternehmen "Harsco Metals & Minerals" baut unter anderem Anlagen, in denen Schlacke aus Stahlwerken aufbereitet wird. Diese Schlacke enthält beachtliche Anteile an Stahl, und dieser Stahl wird bis zu 95 Prozent herausgeholt und wieder eingeschmolzen. Das Restmaterial wird als Baustoff verwertet. Um den Stahl herauszuholen, wird die Schlacke zerkleinert und in einem Wasserbad, in das Luft eingeblasen wird, setzt sich der schwere Stahl ab, die Schlacke bleibt oben.

Eine derartige Anlage ist in Mitterdorf geplant, dort soll die Schlacke von Böhler Edelstahl und dem Mitterdorfer Edelstahlwerk Breitenfeld aufbereitet werden. Aber die Anlage stößt auf Widerstand. Die Bewohner einer nahe gelegenen Siedlung - an der Gemeindegrenze von Mitterdorf und Krieglach - fürchten Lärm und Staub. Nicht nur das Brechwerk, auch der Lkw-Verkehr wird ihre Lebensqualität schmälern, fürchten sie.

Für Giorgio Arcangeletti, den Europa-Betriebsleiter von Harsco Minerals, ist diese Angst unbegründet: "Das Brechwerk wird in einer eigenen Halle stehen, und wo Staub entstehen kann, werden wir das mit Wasser unterbinden. Außerdem ist eine Reifenwaschanlage für die Lkw vorgesehen."

Auch Martin Eisenberger, der Rechtsanwalt des Unternehmens, betonte bei einem Pressegespräch in Bruck die Bemühungen der Betreiber: "Es wird eine Beregnungsanlage errichtet, und laut Gutachten ist in der betreffenden Siedlung der Umgebungslärm lauter als die Anlage."

195.000 Jahrestonnen

Die Anrainer haben auch Bedenken wegen der Größe der Anlage, die auf einem 60.000 Quadratmeter großen Areal unweit der S 6 errichtet werden soll. Immerhin ist sie für 195.000 Jahrestonnen ausgelegt. In der Anfangsphase sollen zwar nur um die 70.000 Tonnen verwertet werden - "so viel fällt in beiden Stahlwerken zusammen pro Jahr an", sagte Eisenberger. Wenn aber die Anlage gut funktioniert, wird auch das bereits deponierte Material verwertet, die Tonnagen steigen.

Dass die Schlacke, die bisher deponiert worden ist, plötzlich interessant wird, hat mehrere Gründe: steigende Preise für Edelstahl und Legierungeselemente, steigende Kosten für Deponien und strengere gesetzliche Auflagen. Laut Arcangeletti soll Mitterdorf eine Vorzeigeanlage werden, die auch ein wichtiger Standortvorteil für Böhler und Breitenfeld sei. Außerdem entstünden 25 Arbeitsplätze.

Der Mitterdorfer Bürgermeister Walter Berger kennt die Sorgen der Anrainer und führt noch eine weitere an: "Der Tiefbrunnen der Gemeinde liegt unweit der geplanten Anlage, aber weil das nach dem Abfallwirtschaftsgesetz verhandelt wird, haben wir nicht viel mitzureden."

Die Harsco-Vertreter wiederum beteuern, dass die Anlage kein Abwasser produziert: "Das ist ein geschlossener Kreislauf, nur wenn Wasser verdunstet, wird wieder etwas nachgefüllt."

Berger bleibt trotzdem skeptisch: "Wir werden einfordern, dass alle Auflagen streng kontrolliert werden - beim Bau und auch im laufenden Betrieb, wenn die Anlage tatsächlich gebaut wird."

FRANZ POTOTSCHNIG

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