Im nächsten Schuljahr um 111 Lehrerstellen weniger
Tauziehen um Lehrer: Schülermangel kostet Steirer 111 Posten, das Land will indes 950 Planstellen zusätzlich. Und: Streit um Hauptschule Breitenau.

Foto © EDER Landesrätin Grossmann (rechts, mit den Schulratspräsidenten Erlitz und Meixner) fordert mehr Planstellen
D as Ringen um Posten im Pflichtschulbereich bleibt auch heuer nicht aus. Kein Wunder, angesichts der sinkenden Schülerzahlen in der Steiermark: Im nächsten Schuljahr sind um 1742 Kinder weniger zu erwarten. Umgerechnet auf die Volks-, Haupt-, Sonderschulen und polytechnischen Schulen werden der Grünen Mark vom Bund vorläufig rund 6855 Lehrerposten genehmigt. Das sind um 111 Stellen weniger als 2011.
Freilich ist das letzte Wort nicht gesprochen: Das Bildungsressort (Elisabeth Grossmann, SPÖ) beantragt rund 950 Planstellen zusätzlich. Das sind jene Posten, um die Klassenschülerhöchstzahl nicht zu überschreiten, sowie Stellen für Tagesbetreuung, Sprachförderung und so weiter. Intern geht man davon aus, dass mit Stichtag 1. Oktober mindestens 7730 Lehrerposten zur Verfügung stehen. Auch Neuanstellungen sind möglich, zumal nach diesem Schuljahr voraussichtlich 500 Pflichtschullehrer in Pension gehen.
Probleme bereitet die Einteilung der Lehrer: Um die Neue Mittelschule (55 neue Standorte im Steirerland) nicht zu schwächen, hat der Bund angeordnet, dass kein Hauptschuldienstposten mehr für Volksschulen umgeschichtet werden darf. Gut gemeint, aus Landessicht geht diese Richtlinie jedoch zu weit. "Die Bildungsmanager in den Bezirken können nicht mehr jonglieren", hat auch Abteilungsleiter Albert Eigner Bedenken.
Den größten Wirbel im Schulbereich verursachen aber weiterhin die geplanten Schließungen. "Gebt nicht auf, lasst euch nicht abwimmeln, ruft jeden Tag an", wird in Breitenau (Bruck an der Mur) aufgerufen, bei der Landespolitik für die bedrohte Hauptschule zu kämpfen. Unterstützt wird Breitenau von Ingrid Lechner-Sonnek (Grüne): Sie wirft Grossmann vor, eine falsche Schulwegberechnung und eine Liste potenzieller Schüler zu ignorieren. Grossmann kontert scharf: Die Daten seien längst korrigiert worden, ein Schulweg von weniger als 30 Kilometern wäre zumutbar. Zudem sind für den Schulerhalt Geburtenzahlen und nicht "Siedlungsbewegungen" wichtig. Am Ende hat Breitenau zu wenig Schüler.








