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Zuletzt aktualisiert: 02.05.2012 um 20:18 UhrKommentare

Gesund essen, daheim kaufen

Die Bauern des Bezirks Bruck decken so gut wie alle Bereiche der heimischen Landwirtschaft ab.

Ernst und Lisi Hörmann (5. und 6. v. l.) mit Kollegen der anderen Höfe und Vertretern der Bauernkammer

Foto © POTOTSCHNIG Ernst und Lisi Hörmann (5. und 6. v. l.) mit Kollegen der anderen Höfe und Vertretern der Bauernkammer

Die Brucker Bezirksbauernkammer stellte gestern anlässlich der "Woche der Landwirtschaft" fünf Betriebe vor, die gemeinsam einen sehr großen Bereich der Lebensmittelproduktion abdecken, von der Biofleischproduktion über den Getreideanbau und die Milchwirtschaft bis zum Erdbeerfeld. Auf dem Hof von Elisabeth und Ernst Hörmann in Oberaich präsentierten sich die fünf Betriebe.

8800 Hektar werden im Bezirk landwirtschaftlich genutzt, dazu kommen noch 4800 Hektar Almen. Das klingt nach viel, ergibt aber zusammen nur etwas mehr als zehn Prozent der Gesamtfläche des Bezirks.

Laut Kammerobmann Hans Madertoner werden auf dieser Fläche mit viel Sorgfalt hochwertige Lebensmittel hergestellt. Aber das müsste noch stärker in den Köpfen der Bevölkerung verankert werden, denn es ist nicht egal, zu welchen Produkten man greift. Kammersekretärin Veronika Haberl erläuterte, dass die Rohstoffe, die der Bauer liefert, oft nur einen geringen Anteil an den Kosten der Lebensmittel ausmachen: "Bei der Milch ist es etwa ein Drittel, bei Brot oft nur um die drei Prozent." Die Direktvermarktung soll einerseits den Konsumenten gute Produkte bieten und andererseits die Wertschöpfung zu einem größeren Teil auf den Höfen belassen.

Bezirksbäuerin Monika Krautgartner aus St. Katharein an der Laming hob die Qualität der heimischen Lebensmittel hervor, die durch strenge Kontrolle noch zusätzlich abgesichert wird: "Es muss nicht immer ein Fertiggericht sein."

Konsumenten einbinden

Barbara Kiendlsperger, Beraterin bei der Bauernkammer, sieht in der Bewusstseinsbildung eine wichtige Aufgabe: "Viele junge Familien sind sehr interessiert an gesunder Ernährung und guten Lebensmitteln aus der Region. Hier müssen wir ansetzen, um auf eine noch breitere Basis zu kommen. Wir wollen die Konsumenten noch stärker einbinden als bisher."

Da gibt es viel zu tun, denn obwohl Kochsendungen im TV sehr hohe Einschaltquoten aufweisen, greifen viele Konsumenten aus Zeitdruck oder Unsicherheit lieber zu Fertigware. Aber es gibt eine Gegenbewegung: Auch die großen Lebensmittelketten haben heimische Ware bereits in ihr Marketing aufgenommen und vermarkten diese sehr gezielt.

Nicht alle Bauern sind davon begeistert, weil die Erzeugerpreise oft nicht dort sind, wo sie sie gern hätten. Aber man ist sich einig, dass dies der richtige Ansatz ist und dass man damit breitere Schichten erreichen kann als etwa allein mit der Ab-Hof-Vermarktung.

Übrigens: Auf der Homepage www.lk-konsument.at erfährt man eine ganze Menge über gesunde Lebensmittel und richtige Ernährung.

FRANZ POTOTSCHNIG

FAKTEN

Diese fünf Betriebe decken ein breites Feld der landwirtschaftlichen Produktion ab:

Elisabeth & Ernst Hörmann vlg. Retzmoar, Oberaich: Milchproduktion (85.000 kg/Jahr) und Fleckvieh-Rinderzucht

Michaela & Klaus Schmidhofer vlg. Hartlmoar, Oberaich: Mutterkuhhaltung mit dem Murbodner-Rind, Direktvermarktung von Jungrindfleisch.

Martha & Klaus Schörkmayer, St. Marein: Biobetrieb mit Getreide und Milchprodukten sowie Ab-Hof-Vermarktung.

Rudolfine & Rudolf Görgl vlg. Kienegger, Parschlug: Biobetrieb mit Spezialisierung auf Freilandeier mit 5100 Legehennen.

Reinhard & Walter Lierzer, St. Marein: spezialisiert auf Erdbeeren, aber auch Getreide.

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