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Zuletzt aktualisiert: 21.03.2011 um 20:21 UhrKommentare

Gratisparkstunde ja, aber wer zahlt?

Vier Schüler der HAK Bruck untersuchten in ihrem Maturaprojekt die Zukunft des Parkens in der Brucker Tiefgarage. Fazit: Die Stunde Gratisparken ist 83 Prozent der Benützer wichtig.

Eines vorweg: Die Präsentation des Maturaprojekts der HAK Bruck kürzlich im Hotel Landskron in Bruck hätte sich mehr Zuhörer verdient. Nicht nur, weil die vier Maturanten Andrej Chernysh, Florian Eibisberger, Bernd Eckstein und Michael Lechner sehr viel Zeit und Hirnschmalz in ihre Arbeit gesteckt haben. Vielmehr wären die Ergebnisse für die Brucker Wirtschaftstreibenden von größtem Interesse gewesen.

Oder besser: Könnten in naher Zukunft von größtem Interesse werden. Denn am 30. Juni läuft die Vereinbarung zwischen der Werbegemeinschaft und der Stadt Bruck aus, die die erste Stunde Gratisparken in der Tiefgarage regelt. Und genau diese Stunde Gratisparken wollen die Tiefgaragenbenützer auch in Zukunft beanspruchen können. Für 83 Prozent der immerhin 450 von den Maturanten Befragen ist diese Gratisstunde wichtig.

Keine großen Ausgaben

Allerdings sind die meisten Tiefgaragenbenützer keine großen Konsumenten. Knapp die Hälfte gibt während des Parkens in der Stadt nur bis zu 25 Euro aus, weitere 34 Prozent bis zu 100 Euro. Aber immerhin ist die Zahl der Tiefgaragenbenützer seit der Einführung der Gratisstunde um 50 Prozent gestiegen.

32 Prozent der 450 Befragten parken unter dem Hauptplatz, um einen Handelsbetrieb aufzusuchen, und hier rangieren die Filialisten großer Ketten an erster Stelle - und gerade die leisten keinen finanziellen Beitrag zur ersten Stunde Gratisparken. Interessant ist deren Argumentation, wie die vier Maturanten darlegten: Zum einen sei das Parken Angelegenheit der Stadt Bruck (und damit des Steuerzahlers), zum anderen erwarten sich diese Betriebe durch das Gratisparken keine höhere Kundenfrequenz. Interessant: Auch Dienstleister wie Banken oder Ärzte gehören zu den bevorzugten Zielen der Garagenbenützer.

Ohne die Stunde Gratisparken, so folgern die vier Maturanten, würde die Zahl der Tiefgaragenbenützer zurückgehen und die Parksituation an der Oberfläche könnte sich verschlechtern. Eine Nachsteckkarte, wie es sie in Bruck schon gegeben hat, könnte eine bessere Auslastung der Tiefgarage nach sich ziehen und wäre vielleicht auch ein Anreiz für größere Einkäufe.

Mosaikstein

Für den Brucker Bürgermeister Bernd Rosenberger ist diese Studie ein wichtiger Mosaikstein für die künftige Nutzung der Tiefgarage und wird auf alle Fälle in die Überlegungen der Stadtgemeinde zu diesem Thema einfließen. Allerdings weiß der Bürgermeister schon heute: "Für die Zeit nach dem 30. Juni muss ein Bekenntnis der Wirtschaft kommen. Die Stadt kann die Gratisstunde nicht allein aufrecht erhalten."

Auch Hannes Merl jun., der Obmann der Brucker Werbegemeinschaft, wird die Ergebnisse dieser Maturaarbeit in künftige Überlegungen einbeziehen. "Man sieht deutlich, dass der Handel nicht der alleinige Nutznießer der Tiefgarage ist. Aber man kann Bruck ja nicht aufs Kaufen reduzieren, die Stadt ist ja auch ein wichtiger Lebensraum."

Zur allfälligen künftigen Finanzierung der Gratisparkstunde will Merl die bisherigen Nichtzahler stärker in die Pflicht nehmen - nicht von ungefähr käme daher die Erhöhung der Tourismusabgabe (Seite 27).

ULF TOMASCHEK

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