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Zuletzt aktualisiert: 27.11.2010 um 20:16 UhrKommentare

Bruck hat viel Geschichte, blickt aber nicht nur zurück

Bruck wurde vor 1150 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Trotz dieser langen Geschichte ist das Stadtmuseum auch der Gegenwart gewidmet.

Am 20. November 860 bestätigte König Ludwig der Deutsche in einer Urkunde die Besitztümer des Erzbistums Salzburg. Dazu gehörte auch ein Herrensitz namens "ad pruccam", was so viel wie "bei der Brücke" heißt.

Gemeint war damit der Ortsteil St. Ruprecht, wo damals vermutlich eine Holzkirche gestanden ist, die aber erst 30 Jahre später erwähnt wird. Die Brücke, von der Bruck den Namen hat, ging noch auf die Römerzeit zurück und dürfte auf Höhe der Murinsel über die Mur geführt haben.

Begonnen hat die Überlieferung aber schon viel früher. So gibt es einen Fund aus der Zeit um 1000 v. Chr., der den "Schatz" eines Altmetallhändlers beinhaltet, der vermutlich auf der Durchreise war. Über das mittelalterliche Bruck ist die Quellenlage eher mager, auch wegen des Stadtbrandes im Jahr 1792, bei dem 164 der 166 Häuser innerhalb der Stadtmauern in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Nicht nur Rückblick

Die frühe Stadtgeschichte ist nur ein Aspekt des Brucker Stadtmuseums, das im heurigen Februar eröffnet worden ist. Museumsleiterin Irmengard Kainz ist als studierte Archäologin zwar sehr an der Frühzeit der Stadt interessiert, das Museum ist aber doch eher der jüngeren Vergangenheit zugewandt. Derzeit beschäftigt sich Kainz zwar intensiv mit Pankraz Kornmeß, dem Erbauer des Kornmesserhauses, aber insgesamt ist das 20. Jahrhundert wesentlich stärker präsent als frühere Zeiten. "Derzeit laden wir immer wieder Zeitzeugen ein, um die Kriegs- und Nachkriegszeit in der Stadt Bruck und die jüngere Stadtentwicklung besser zu erforschen. Auch 50 Stunden Filmmaterial wurde bereits digitalisiert und ist den Museumsbesuchern zugänglich.

Weil das Museum nicht allzu viel Platz bietet, muss man sich ohnehin auf das Wesentliche beschränken - oder wechselnde thematische Ausstellungen bieten. Kainz wählt dazu eine Mischform: Gewisse Eckpunkte bleiben bestehen - etwa die Zeittafel mit den wichtigsten stadthistorischen Eckdaten -, und darüber hinaus wechseln die Themen. Ein Thema der nächsten Jahre steht schon fest: die Jugendkultur im Wandel der Zeit.

FRANZ POTOTSCHNIG

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