Ein echtes G'riss um Gratis-Lebensmittel
Seit dem heurigen März verteilt das Rote Kreuz in Bruck kostenlose Lebensmittel an Bedürftige. Die Aktion wird sehr gut angenommen, es kommt hin und wieder aber auch zu Konflikten.
Die "Österreich-Tafel" wurde von Ö3 und dem Roten Kreuz ins Leben gerufen, und die Brucker Rotkreuz-Ortsstellenleiterin Hilde Horvath wurde damals gefragt, ob sie auch mitmachen will.
Natürlich wollte die rührige Dame, und zwar vor allem aus einem Grund: "Es hat mich schon immer gestört, dass Essen weggeworfen wird, wo doch so viele hungern. Und es gibt auch bei uns Menschen, die nicht genug zu essen haben."
Billa, Eurospar, Penny und andere waren und sind sehr großzügig, dennoch war noch einiges zu klären: Darf man abgelaufene Ware überhaupt hergeben, selbst wenn man sie verschenkt? Wem gibt man etwas? Und wie viel?
Schwierige Verteilung
Die erste Ausgabe von Gratis-Lebensmitteln an Bedürftige erfolgte am 20. März. Seitdem werden jeden Samstag ab 17 Uhr im ehemaligen Fischgeschäft Marchl in der Herzog Ernst-Gasse Lebensmittel verteilt. Schon eine halbe Stunde vorher stehen regelmäßig an die 20 Personen Schlange. "Wir geben Ware für eine Woche aus. Auf den Berechtigungsscheinen ist vermerkt, wie viele Personen im Haushalt leben, trotzdem ist bei der Ausgabe viel Fingerspitzengefühl nötig", sagt Horvath, die schon einiges erlebte.
"80 Prozent sind wirklich dankbar, aber es gibt schon auch welche, die unzufrieden sind und glauben, andere kriegen mehr." Etwa wenn jemand einen großen Topf mit Mozartkugeln, die einzeln an Kinder verteilt werden, unbedingt mit nach Hause nehmen will. Oder wenn kurz abgestellte Ware plötzlich weg ist. Und auch Seitenhiebe gegen Ausländer sind nicht selten. Horvath: "Der Neid ist schon eine schlimme Eigenschaft."
Überwiegend kommen Frauen, sehr oft mit Kindern, viele von ihnen sind Ausländerinnen. Aber auch Männer sind nicht selten. "Wir haben auch viele junge Menschen. Manchmal frage ich dann schon, wie es denn mit Arbeit wäre", erzählt die resolute Rotkreuz-Chefin.
Sie hat ausgerechnet, dass jeden Samstag um etwa 2000 Euro Ware ausgegeben wird - an 50 bis 80 Personen. Horvath ist froh, dass es diese Einrichtung gibt und der Handel so kooperativ ist: "Aber lieber wäre es mir, wenn so etwas nicht notwendig wäre."







