Im Wald war "Schwarzgeld" versteckt
Das Rätsel ist gelöst: Ein beschäftigungsloser 45-jähriger Mürztaler hatte auf einer Alm bei Bruck 60.000 Euro versteckt. Der Mann konnte durch ein Foto ausgeforscht werden.

Foto © Landeskriminalamt
Vier Wochen lang hatte die Außenstelle Niklasdorf des Landeskriminalamtes intensiv ermittelt. Montag konnte jener Mann endlich doch identifiziert werden, der auf einer Alm in der Nähe von Bruck rund 60.000 Euro unter einem Wurzelstock versteckt hatte. Es handelt sich um einen 45-jährigen Mürztaler, der seit März dieses Jahres arbeitslos ist. Seinen eigenen Angaben zur Folge handelt es sich bei den Euroscheinen um "Schwarzgeld".
Wie mehrmals berichtet, hatten zwei Forstarbeiter am Vormittag des 25. Mai auf dem Höllackereck nahe der Schweizeben bei Bruck einen Plastiksack mit 60.000 Euro gefunden. Die Holzknechte waren mit Aufräumungsarbeiten nach Windbruch beschäftigt. Dabei verrückten sie unabsichtlich einen Wurzelkörper. Zu ihrer Überraschung kam ein Einkaufssack zum Vorschein, in dem sich 100-, 200- und 500-Euroscheine befanden. Sie übergaben ihren Fund der Polizei.
Die Überwachung des Fundortes brachte zunächst keinen Erfolg. Nachdem die Medien darüber berichtet hatten, begab sich der Mürztaler zum Geldversteck, um Nachschau zu halten. Dabei wurde er von einer Kamera, welche die Forstverwaltung aufgestellt hatte, fotografiert. Nachdem das Foto am Wochenende veröffentlicht worden war, gingen in der Kriminalaußenstelle Niklasdorf Hinweise ein. Mehrere Zeitungsleser glaubten, den Gesuchten zu erkennen.
Montag früh rückte Ermittlungsleiter Karl Köck mit seinen Kollegen aus, um die Tipps aus der Bevölkerung zu überprüfen. Tatsächlich bestätigten sich die Hinweise. Der Verdächtige wurde zum Verhör geholt - und legte ein umfassendes Geständnis ab. Er gab zu, die Banknoten versteckt zu haben.
Rabatte vermittelt
Was die Herkunft des Geldes betrifft, hatte er zunächst verschiedene Varianten parat. Zuerst behauptete er, es sei sein erspartes Geld, dann sprach er von "Schwarzgeld".
Der 45-Jährige - er ist HTL-Absolvent und war bis März dieses Jahres als Techniker in einem Kapfenberger Unternehmen tätig - will einem Großkunden Rabatte vermittelt und dabei "mitgeschnitten" haben. Insgesamt habe er seinen eigenen Angaben zur Folge rund 100.000 Euro in seine Tasche kassiert.
Im März dieses Jahres kündigte er selbst. Später habe er gehört, dass sein ehemaliger Arbeitgeber über ihn Überprüfungen anstellen wolle. Daraufhin habe er Angst bekommen und 70.500 Euro unter einem Wurzelstock versteckt. Gefunden wurden jedoch nur knapp 60.000 Euro. Wenn seine Angaben stimmen, fehlen über 10.000 Euro.
Verdacht der Untreue
"Wir fragen uns jetzt, wo das Geld ist", sagt Ermittlungsleiter Karl Köck. "Die beiden Forstarbeiter haben wir dazu befragt, sie bestreiten entschieden, Geld genommen zu haben." Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Der Mann, der sehr intelligent sein soll, wird wegen Verdachtes der Untreue angezeigt. Es droht ihm auch ein Finanzstrafverfahren.








