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Zuletzt aktualisiert: 09.03.2010 um 23:31 UhrKommentare

Sperrstunde: Schranz gegen Rosenberger

Die nächtliche Sperrstunde wurde in Bruck wieder von vier auf fünf Uhr verlängert. Das stößt nicht nur auf Zustimmung, viele befürchten ein Wiederaufleben des nächtlichen Wirbels.

Das rege Brucker Nachtleben hat zwei Seiten: Einerseits sind da eine lebendige Szene und viele attraktive Lokale für die Jugend in der Stadt, andererseits gibt es aber auch immer wieder Ausschreitungen, und die Bewohner der Innenstadt klagen über nächtlichen Lärm und Beschädigungen durch Betrunkene.

Dies war der Grund, dass im September die Sperrstunde von fünf auf vier Uhr und die Aufsperr-Stunde von fünf auf sechs Uhr früh verlegt wurden. Vorher ging's rund um die Uhr durch, plötzlich war zwischen Zu- und Aufsperren eine Lücke von zwei Stunden - für die meisten Nachtschwärmer ein Grund, heimzugehen.

Das ist seit wenigen Tagen wieder anders: Die Öffnungszeit bleibt zwar bei sechs, Sperrstunde ist aber erst um fünf statt bisher um vier Uhr, und das stört Kletus Schranz, den Leiter der Polizeiinspektion Bruck und Obmann der Brucker FPÖ: "Mich stört diese Verlängerung als Politiker und als Polizist. Als Politiker, weil wir vorher nicht informiert waren. Und als Polizist, weil wir damit bald wieder jene Situation haben werden, die zur Änderung der Sperrstunde geführt hat." Er kritisiert auch den Alleingang von Bürgermeister Bernd Rosenberger: "Bei der Verkürzung der Sperrstunde hat er den Gemeinderat abstimmen lassen, warum jetzt nicht?" Dass es bereits am ersten Wochenende eine schwere Schlägerei um 4.30 Uhr früh in Bruck gegeben hat, sieht er als Beweis dafür, dass die Verlängerung ein Fehler war.

Pech zum Auftakt

Für Bürgermeister Rosenberger ist die Schlägerei am ersten Wochenende äußerst unglücklich: "Aber die Regelung musste ich zurücknehmen, weil es in der Stadt in den letzten Monaten sehr ruhig war." Darüber waren aber, so Rosenberger, sowohl das Bezirkspolizeikommando als auch die Bezirkshauptmannschaft als Sicherheitsbehörde informiert. Und man habe es im Brucker Stadtrat beschlossen, in dem die FPÖ aber keinen Sitz hat.

Rosenberger beruft sich auf die nächtlichen Streifen am Freitag und Samstag: "Es gab im Schnitt pro Nacht 1,2 bis 1,4 Anzeigen, und im Februar waren es trotz Fasching fast gar keine." Schranz kontert: "Die Anzeigen sind deshalb zurückgegangen, weil die Streifen zurückgegangen sind." Rosenberger wiederum betont, die Sperrstunde um vier Uhr sei nur eine Ausnahmeregelung gewesen, jetzt sei man wieder bei der Normalität.

Schranz befürchtet, dass in der warmen Jahreszeit der nächtliche Wirbel wieder zunehmen wird. Rosenberger setzt auf Kontrolle: "Die nächtlichen Streifen werden unvermindert beibehalten. "Und wenn's nicht funktioniert, müssen wir eben die Sperrstunde wieder vorverlegen, das ist gar keine Frage."

FRANZ POTOTSCHNIG

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