Ex-Kollegen mit Schusswaffe bedroht
Obersteirer feuerte in Immobilienbüro durch Fenster. Er wurde von der Cobra festgenommen.

Foto © Kleine Zeitung Digital/Erwin Scheriau
Er war von rund einem Jahr selbst aus der Brucker Immobilienfirma ausgeschieden, durfte dort aber noch immer einen Raum und einen Computer benutzen - für freiwillige Arbeiten. Deshalb kam es auch keinem der ehemaligen Kollegen verdächtig vor, als der 42-jährige Obersteirer am Montagnachmittag wieder einmal in das Büro kam. Und sich an seinen Schreibtisch setzte.
Waffe. "Doch am Montag hatte er plötzlich eine Waffe mit", berichtet Franz Weitzer vom Landeskriminalamt, Außenstelle Niklasdorf. Damit hantierte der Mann vor der Sekretärin und einem weiteren Mitarbeiter der Firma herum. Diese wussten, dass der 42-Jährige massive gesundheitliche und finanzielle Probleme hat, im letzten Jahr an schweren Depressionen litt und auch schon mehrmals Selbstmordgedanken geäußert hatte. Und auch diesmal meinte er mit Blick auf die Waffe: "Mit der kann man alles richten."
Ex-Kollegen. Doch bevor die beiden Ex-Kollegen noch reagieren konnte, war auch schon ein Schuss gefallen. Der 42-Jährige hatte ihn durch das offene Fenster ins Freie abgegeben. Anschließend verließ er wieder das Büro. Erst am Tag danach wurde Anzeige erstattet. "Die Sekretärin wollte es zuerst mit dem Chef besprechen", so der Ermittler. Dieser erstattete sofort Anzeige. Da bei dem Vorfall eine Schusswaffe im Spiel gewesen war, wurde das Einsatzkommando Cobra angefordert. Dieses nahm den 42-Jährigen noch am Dienstag in einem Lokal fest. Auch die Tatwaffe konnte sichergestellt werden - sie stellte sich jedoch als Schreckschusspistole heraus.
Distriktsarzt. Nach seiner Einvernahme durch die Polizei wurde der Obersteirer dem Distriktsarzt vorgeführt. Er diagnostizierte bei dem arbeitslosen 42-Jährigen eine Selbstgefährdung. Der Mann wurde daraufhin in die Sigmund-Freud-Klinik nach Graz eingewiesen.








