Weihnachten mit Alkbottle: Das hat Stihl
Adventliches mit hohem Verstörungsfaktor beim Konzert der Kultband in Aflenz.

Foto © HEIGLBei "Dicht ins Dunkel" sammelte die Band für einen guten Zweck (oben), dann kam der Biernachtsmann mit der Motorsäge. Weihnachten einmal anders, ganz anders
AFLENZ. "Biernachtsmann, Biernachtsmann", schreit die Meute. Außer sich vor Freude und Durst. Und tatsächlich, der "Biernachtsmann" vulgo Weihnachtsmann tritt auf, reißt die "Stihl" an und sägt unter dem adventlichen Gegröle der Fans den Christbaum auf der kleinen Bühne mit der Motorsäge nieder. Alle Jahre wieder, sagt man in Meidling. Klarerweise war das Bäumchen mit strahlend gelben Ottakringer-Dosen geschmückt. Sti(h)lecht bis ins Detail.
Zum ersten Mal war die Wiener Kultband Alkbottle zu Gast im Aflenzer Szenelokal Sublime. Im Gepäck der fünf Könige aus dem Alkoland: jede Menge Hardrock und eine gehörige Portion Satire. Denn: Bitte, ernst nehmen darf man nichts, was Ex-Starmania-Juror Roman Gregory und die Burschen um Saitenkünstler Chris Zitta abliefern. Trotz Heiligenscheins und putziger Engels-Flügerl. "Ho, ho, hobt's eis nou a Bier?" ist eine der zentralen Fragestellungen ihrer aktuellen "Fett wia a Christkindl-Tour", die die "letzten Schweinsproleten Österreichs" (O-Ton Gregory) nach Aflenz führte.
Ausnahmsweise ernst meinen die "Bottle-Buam" ihre Spendenaktion: Im Vorjahr kaufte man zwei Rollstühle, auch heuer wird gesammelt. Und wie! Zwei junge Damen aus dem Publikum werden flugs zu Schnapsengerln und gewähren für zwei Euro einen Schluck. "Dicht ins Dunkel" heißt ihre Aktion übrigens. Zwischen Liedgut ihrer aktuellen CD streuen Alkbottle 90er-Klassiker wie "Fliesenlegen" und "Batterie". Weit nach Mitternacht gibt es als Zugabe und mit Genesungswünschen "an den Schurli im AKH" dessen Unvermeidliches "Last Christmas". Textprobe: "Last Christmas, do wor ma beinaund, dass i g'spiebm hob aufs G'waund." Alkbottle feiert eben anders. CHRISTOPH HEIGL







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