Die Hoffnung für das Kurhaus lebt
Das Kurhaus Semmering, das seit 1988 leer steht, wurde jetzt an eine deutsch-kasachische Gesellschaft verkauft. Diese will das Haus grundlegend revitalisieren und eine Kur- und Rehab-Klinik daraus machen.

Foto © DambergerDas Kurhaus Semmering soll revitalisiert werden
Vor 120 Jahren wurde der riesige Gebäudekomplex vom Wiener Arzt Franz Hansy als Kurhaus mit 110 Zimmern errichtet. Jetzt könnte der Bau, der seit vielen Jahren leer steht, wieder dieser seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt werden: Das Kurhaus am Wolfsbergkogel wurde an eine deutsch-kasachische Gesellschaft verkauft. Diese will das Kurhaus als Kur- und Rehabilitationsklinik führen, angeschlossen sollen ein großzügiger Wellnessbereich werden, und auch ein Hotel im eigentlichen Sinn soll entstehen.
Hohe Kosten.
Anläufe gab es in den letzten Jahren einige. Kein Wunder, die Lage des Hauses ist großartig, der Charme des Jugendstil-Hauses ebenfalls. Allerdings sind auch die Kosten für eine zeitgemäße Adaptierung beachtlich. Bereits vor zehn Jahren lagen Pläne vor, das Haus umzubauen und auf heutigen Standard zu bringen. Damals war von 200 Millionen Schilling die Rede, an diesem Rahmen hat sich nicht viel geändert: Rund 15 Millionen Euro soll der Umbau zu einem Fünf-Sterne-Haus nach den aktuellen Plänen kosten. Wie man hört, soll ein Gutteil der benötigten Summe von der Investorengruppe bereits aufgebracht worden sein.
Lange Verhandlungen.
Die Verhandlungen rund um den Kauf, die von einer österreichischen Betriebsberaterfirma geführt wurden, waren sehr kompliziert und dauerten fünf Monate. Der Semmeringer Bürgermeister Horst Schröttner ist "mehr als guter Hoffnung", dass diesmal etwas wird aus dem Projekt, das bisher immer wieder gescheitert ist - vor allem an den hohen Kosten. "Wir hoffen sehr, dass dieses traditionsreiche Haus in zwei Jahren den Betrieb aufnehmen kann."
1988 geschlossen.
Das Kurhaus Semmering in 1000 Metern Seehöhe versprach einst Heilung bei vielen Krankheiten, vor allem im Bereich der Lunge und der Atemwege. Unter anderem war der weltberühmte Sänger Leo Slezak häufiger Gast im Kurhaus Semmering, wo er seine Heiserkeit kurierte. 1939 übernahm die Deutsche Wehrmacht das Haus als Kuranstalt für Offiziere, 1945 bis 1950 diente es der Sowjetarmee als Lazarett. Danach führte man es als Urlaubs- und Erholungsheim für öffentlich Bedienstete aus Wien, bis es 1988 geschlossen wurde.















