Die Wildbrücke spricht sich herum
Im Mai wurde die Wildbrücke in Pernegg eröffnet. Rehe, Füchse, Hasen, Marder und anderes Getier ging bereits drüber. Und die Tendenz ist steigend, denn die Brücke muss erst bekannt werden.

Foto © Franz PototschnigDie Wildbrücke in Röthelstein
Es war vor knapp zwei Wochen, als ein 14-Jähriger in Semriach einen Braunbären gesehen haben wollte. Der Bärenexperte des WWF, Georg Rauer, konnte allerdings keine Belege finden, und auch der Bub war sich dann nicht mehr so sicher.
Hindernisse.
Ganz auszuschließen ist so etwas trotzdem nie, denn Bären legen beachtliche Strecken zurück. Allerdings werden sie von der menschlichen Zivilisation in ihrem Wandertrieb arg behindert: Autobahnen, Bahngeleise, Lärmschutzwände und Kraftwerkskanäle machen nicht nur den Bären, sondern auch anderen Wildtieren das Leben schwer.
Der Gefahr ausweichen.
Aus diesem Grund werden beim Ausbau der S 35 südlich von Bruck zwei Wildbrücken errichtet, eine davon ist seit Mai geöffnet. Sie befindet sich in Röthelstein und liegt auf einer internationalen Wildwanderroute. Den Wildtieren wird mit dieser Brücke der Weg über die Schnellstraße und die Begleitstraße erspart.
Tiere & Menschen.
Der Pernegger Ziviltechniker und Ökologe Hugo Kofler hat die Wildbrücke konzipiert, und er betreut sie auch. Mehrere Videokameras, die mit Bewegungsmeldern ausgestattet sind, und ein Sandfeld, das die Fährten aufnimmt, sollen für eine lückenlose Überwachung sorgen.
Tendenz steigend.
Und man kann auch schon einiges vorweisen, wie der Wildökologe Thomas Schützeneder aus dem Büro Kofler aufzählt: "Rehwild, Füchse, Hasen, Marder, Iltisse, dazu eine große Zahl an Radfahrern, Läufern und Fußgängern." Die Tendenz bei den Tieren ist steigend, Schützeneder geht davon aus, dass sich die neue Wildbrücke erst allmählich in der Tierwelt "herumspricht".
2000 Fotos.
Im Sommer hat man schon technisch nachgerüstet. Die Kameras können nun bis zu 2000 Digitalfotos speichern und sind erhöht angebracht, um einerseits einen besseren Überblick zu haben und andererseits die Diebstahlsicherheit zu verbessern.
Noch kein Bär.
Bär war bisher noch keiner dabei, trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, dass eines Tages einer auftaucht. Schließlich wurde nicht unweit von der Wildbrücke vor Jahren ein Jungbär von einem Auto angefahren. Aber damals waren die Zeiten für Braunbären noch besser, als sie es heute sind.















