Gedächtnisweltmeisterschaft: Steirer unter Top Zehn
25-jähriger Lukas Amsüss aus Mürzzuschlag schaffte Spitzenplatz ohne Training. "Hatte beim Herfliegen kein Geld mit - jetzt habe ich 1.000 Dollar gewonnen".

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Unter den Köpfen mit dem besten Gedächtnis der Welt findet sich auch ein Obersteirer: Der 25-jährige Lukas Amsüss aus Mürzzuschlag hat es bei der am Sonntag im Golfemirat Bahrain zu Ende gegangenen internationalen Gedächtnisweltmeisterschaft unter die Top Ten geschafft - und das ohne Training: "Ich habe bei den Meisterschaften von 2001 bis 2004 mitgemacht und seither nicht mehr trainiert", so Amsüss. "Ein Nervenkitzel bis zuletzt." Er vertrat Österreich übrigens als einziger Teilnehmer.
Preisgeld. "Ich habe mich erst kurzfristig entschieden, mitzumachen. Ein Freund aus England, den ich bei der WM 2003 kennengelernt habe, hat mich überredet", meinte der 25-Jährige, der in Wien Jus und Betriebswirtschaftslehre studiert. "Und nun bin ich voraussichtlich auf dem zehnten Platz. Das ist besser als erwartet." Gott sei Dank habe er damit auch 1.000 Dollar gewonnen, denn ohne Preisgeld wäre der Heimweg schwierig gewesen: "Als ich hergeflogen bin, hab' ich kein Geld mitgenommen. Also musste ich in die Top Ten", erklärte Amsüss.
Konkurrenten. Bei der dreitägigen World Memory Championships musste sich Amsüss mit seinen Konkurrenten in zehn Disziplinen messen. Am besten schnitt der Steirer im Zahlen-Merken ab: "Dabei werden einem Zahlen im Sekunden-Takt angesagt. Ich bin Dritter geworden", so der Student. "Ich habe mir 108 Zahlen gemerkt, der Sieger 129." Schwierigkeiten machten ihm aber dann die Wörter: "Beim Wörter-Merken habe ich zu viel riskiert", berichtete der Obersteirer. Dabei habe er auf seiner persönlichen Liste am schlechtesten abgeschnitten.
Disziplin. Besonders lustig findet der Steirer die Disziplin "Speedcard": "Dabei muss man sich so schnell wie möglich die Reihenfolge von einem Stapel mit 52 Pokerkarten einprägen und einen zweiten Stoß genau gleich anordnen." Zwei Versuche habe man; beim ersten habe er sich Zeit - genau eine Minute und 40 Sekunden - genommen, um sicher in die Top Ten zu gelangen. "Beim zweiten Versuch habe ich dann total riskiert: 40 Sekunden", berichtete der Gehirnathlet. Dabei waren dann allerdings zwei falsche Karten dabei. "Jetzt bin ich wieder motiviert. Mal sehen, wo die nächsten Weltmeisterschaften stattfinden", meinte der Steirer, der in der Nacht mit Freunden gefeiert hat.
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Der Deutsche Gunther Karsten siegte 2007Foto © worldmemorychampionships.com














