Gemeinden schließen sich zusammen
Soll die gemeinsame private Radarüberwachung bezahlt werden? Darüber und über andere Möglichkeiten der Kooperation beraten sechs Gemeinden im Raum Aflenz.

Foto © APNicht nur der Strom wird hier geteilt
Schon lange, bevor "Regionext" die Zusammenarbeit von Gemeinden propagierte, hat man das am Fuße des Hochschwabs erkannt: Seit anderthalb Jahren bemühen sich die sechs Gemeinden Aflenz-Kurort, Aflenz-Land, Etmissl, St. Ilgen, Thörl und Turnau, einen Teil ihrer kommunalen Aufgaben gemeinsam zu bewältigen und damit Geld zu sparen.
Gemeinsam. Insgesamt haben die sechs Gemeinden 7100 Einwohner, und die gemeinsamen Projekte reichen vom gemeinsamen Stromeinkauf bis zum Abfallwirtschaftszentrum, das in Aflenz-Land entsteht und von Thörl - und vielleicht auch von Aflenz-Kurort - mitbenützt wird.
Probleme. Aber dass das nicht immer einfach ist, wurde bei der jüngsten Sitzung der "Gemeindekooperation Hochschwab-Süd" im Gemeindeamt von Turnau deutlich. So will der Stromanbieter, bei dem alle sechs Gemeinden den Strom beziehen, ab Juli die Tarife stark anheben. Und die sechs Bürgermeister ärgerten sich auch, weil es seitens der Telefongesellschaften offenbar sehr wenig Interesse gibt, ihnen in einem gemeinsamen Vertrag entgegen zu kommen.
Hilfe für Florl-Hütte. Unter der straffen Führung des Turnauer Bürgermeisters Alexander Maier wurde eine Menge abgehandelt. So wurde die Familie Schöffauer für den Wiederaufbau der Florlhütte mit einem Scheck über 8500 Euro unterstützt, wobei neben den sechs Gemeinden auch die Stadt Kapfenberg mit 3500 Euro mithalf.
Eine Hochsprunganlage für die Hauptschule Thörl wird es nicht geben, weil bei sieben Hochsprung-Kindern eine Belastung der Gemeinden von 10.000 Euro einfach zu hoch ist. Dafür wird aber eine Permakultur gefördert, die bei der Lebenshilfe Graßnitz angelegt wird.
Geschwindigkeitsmessung. Auch zwei Anbieter von privaten Geschwindigkeitsmessungen stellten ihre Leistungen vor. Ob einer von ihnen zum Zug kommt, muss noch näher besprochen werden. In Etmißl hat man damit gute Erfahrungen gemacht, alle sind aber nicht begeistert von der Idee, ihre Gemeindebürger von privaten Radaranlagen überwachen zu lassen.
Wenig Begeisterung. Wenig Begeisterung findet die Idee des Landes, im Rahmen von "Regionext" den ganzen Bezirk Bruck als Kleinregion zusammenzufassen. "Ich fürchte, die Städte Bruck und Kapfenberg bewegen ganz andere Themen als uns hier herinnen", meinte etwa der Aflenzer Bürgermeister Hanns Finding. Da wäre man schon eher dafür, die Laming-Gemeinden Tragöß und St. Katharein einzugliedern.













