Tod angeblich vergifteter Brucker Katzen aufgeklärt
Die toten Katzen in Bruck-Westend wurden nicht vergiftet, wie zunächst angenommen. Vielmehr fielen sie der Katzenseuche zum Opfer.

Foto © APWo viele Katzen sind, kann es häufig zum Ausbruch der "Katzenseuche" kommen
Sieben verendete Katzen im Brucker Stadtteil Westend ließen im Mai bei vielen Tierfreunden die Alarmglocken läuten. Sie vermuteten, dass dort ein Katzenfeind sein Unwesen treibt und die Tiere vergiftet.
Infektionskrankheit.
Nun ist klar, dass es sich nicht um Gift, sondern um eine höchst ansteckende Infektionskrankheit handelt. "Wir konnten endlich eine Dame, die in Westend Katzen füttert und sich im Vorjahr auch um deren Sterilisation gekümmert hat, dazu bewegen, eines der kranken Tiere zu uns zu bringen", sagt Universitätsdozent Ewald Köppel, der gemeinsam mit seiner Frau Angelika eine Kleintierordination in Bruck betreibt. Beim Eintreffen in der Tierklinik war die Katze bereits tot. Aus dem verbleibenden Darminhalt konnte Köppel Viren nachweisen. "Es steht also fest: Es handelt sich um eine Parvovirenerkrankung, im Volksmund Katzenseuche genannt", erklärt der Tierarzt.
Widerstandsfähig.
Laut Köppel handelt es sich dabei um ein äußerst widerstandsfähiges Virus, das eine höchst ansteckende Infektionskrankheit auslösen kann. "Normalerweise befällt es nur Katzen, aber in den letzten Jahren wurde in wissenschaftlichen Berichten darauf hingewiesen, dass dieses Virus auch Artenbarrieren überschreiten kann, sprich: auch die Ansteckung von Hunden ist nicht ausgeschlossen", sagt Köppel. Allerdings ist ein Schutz dagegen in den normalen Jahresimpfungen für Hunde und Katzen enthalten.
Keine Panik.
Köppel hat Amtstierarzt Gerd Kaltenegger von der Virusinfektion verständigt. "In großen Katzenpopulationen kommt es immer wieder zum Ausbruch der Katzenseuche", erklärt Kaltenegger. Panik bei Tierhaltern sei allerdings keine angebracht, auch bedürfe es keiner groß angelegten Maßnahmen der Behörde, beruhigt der Amtstierarzt: "Die normalen jährlichen Impfungen müssten ausreichenden Schutz gewähren."
Features
Katzenseuche
Parvoviren lösen eine ansteckende Infektions-
krankheit aus, im Volksmund als Katzenseuche bekannt.
Die auffälligsten Symptome sind Fieber, Erbrechen und Durchfall, sowohl im Erbrochenen als auch im Kot kann Blut enthalten sein.
Katzen und Hunde können aber gegen Parvovirus-
erkrankungen geimpft werden.













