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Zuletzt aktualisiert: 04.06.2007 um 07:43 Uhr

Semmering-Basistunnel: Schaden von 93 Millionen für Steuerzahler

Der Semmering-Sondierstollen soll 1994 ohne ausreichende Bewilligungen begonnen worden sein - jetzt gibt's Anzeigen gegen Manager.

Sondierstollen des Semmering-Basistunnels

Foto © APASondierstollen des Semmering-Basistunnels

Am 26. Oktober 1996 kam es beim Sondierstollen für den Semmering-Basistunnel zu einem Wassereinbruch von 350 Litern pro Sekunde. Die Mineure waren gerade 2,3 Kilometer tief im Berg, der Wassereinbruch bedeutete das Ende des Vortriebs. Aber der Sondierstollen ist auch jetzt, nach mehr als zehn Jahren, noch nicht ad acta gelegt. Erstens wird das Wasser nach wie vor abgepumpt, was 14.000 Euro im Monat verschlingt. Und zweitens werden sich demnächst wieder einmal die Gerichte mit dem Stollen beschäftigen.

Ohne Genehmigung. Der Tunnelgegner Franz Fally hat nämlich über eine Wiener Rechtsanwaltskanzlei eine "Sachverhaltsdarstellung" gegen frühere Manager und Ex-Aufsichtsräte der Hochleistungsstrecken-AG (HL-AG) eingebracht. Man macht diese dafür verantwortlich, dass ohne ausreichende behördliche Genehmigungen mit dem Bau des Sondierstollens begonnen worden sei - was einen Schaden von 93 Millionen Euro für die Steuerzahler bedeutet.

Nach unten gebohrt. Wie "Die Presse" berichtet, handelt es sich bei den Aufsichtsräten um den früheren ÖBB-Vizegeneraldirektor Helmut Hainitz und Ex-Verstaatlichten-Chef Oskar Grünwald. Die Manager sind Gustav Hammerschmidt und Georg Vavrovsky, früher bei der HL-AG und heute Vorstand der "ÖBB Infrastruktur Bau AG" . Tatsächlich wurde damals auf steirischer Seite mit dem Sondierstollen begonnen, weil auf niederösterreichischer Seite der Naturschutzbescheid noch fehlte. Und weil der Tunnel Richtung Niederösterreich ein Gefälle aufweist, muss heute der Stollen ausgepumpt werden. Hätte man, wie ursprünglich geplant, auf Gloggnitzer Seite begonnen, gäbe es dieses Problem nicht.

Keine Stellungnahme. Laut ÖBB habe es schon mehrere solcher Anzeigen gegeben, die alle im Sand verlaufen seien. Deshalb wolle man zur jetzigen gar nicht Stellung nehmen.


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