Rettung in letzter Minute
Feuerwehrleute aus Bruck und Kapfenberg bargen in Bruck einen Mann aus der Mur. Eine Polizeistreife sah den 46-Jährigen ins Wasser stürzen.

Foto © FF Kapfenberg
Es geschah in der Brandstetterstraße in Bruck, nahe der Squashhalle, wo ein Marterl an drei an dieser Stelle tödlich verunglückte Jugendliche erinnert. Eine Polizeistreife hielt in der Nacht auf gestern um etwa 23.30 Uhr Nachschau bei einer dort ansässigen Firma, als die beiden Beamten eine Stimme aus dem dichten Gestrüpp am Murufer hörten. Sie kämpften sich durch das Geäst und sahen einen Mann ins Wasser stürzen.
Ursache unklar. Der Mann wurde sofort von der starken Strömung abgetrieben, konnte sich aber an einem Brückenpfeiler festklammern. Die Polizisten alarmierten umgehend die Feuerwehr. Einsatztaucher Daniel Schmid von der Brucker Stadtfeuerwehr arbeitete sich zu dem Mann vor und versuchte ihn zu beruhigen. Kurz darauf konnte das Opfer von weiteren Einsatztauchern der Freiwilligen Feuerwehr Kapfenberg-Stadt in das Feuerwehrboot gezogen und anschließend dem bereits anwesenden Notarztteam übergeben werden. Der 46-Jährige wurde stark unterkühlt ins LKH Bruck eingeliefert und in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Ob der Mann ins Wasser gestürzt war oder ob er sich in selbstmörderischer Absicht ins Wasser begeben hatte, konnte noch nicht geklärt werden.
Schwierige Bergung. "Die Bergung war zwar schwierig, aber bei Hochwasser hätte der Mann kaum eine Chance gehabt", sagte Einsatztaucher Daniel Schmid. Zwar ist die Mur im Bereich des Brückenpfeilers nur etwa einen Meter tief, aber die starke Strömung behinderte die Feuerwehrleute beträchtlich. Dazu kam, dass der Mann sehr verwirrt war und unter Schock stand, wie Schmid erzählte. "Ich habe zwar ständig versucht, ihn zu beruhigen, aber es war nicht leicht, ihn zum Durchhalten zu bewegen", so der Einsatztaucher. "Gott sei Dank hatte der Mann einen kleinen Standplatz im Wasser. Aber als ich bei ihm angekommen war, war er bereits am Ende seiner Kräfte."
Erste Lebensrettung. Für Schmid, seit 2001 ausgebildeter Einsatztaucher bei der Freiwilligen Feuerwehr Bruck-Stadt, war das die erste Lebensrettung. Der heute 25-jährige kam als Zwölfjähriger zur Brucker Wehr und ist auch beruflich Florianijünger - als Betriebsfeuerwehrmann bei Magna in Lannach. Dass die Kapfenberger mit Tauchern und Boot ausrücken mussten, lag übrigens daran, dass sich das Brucker Feuerwehrboot und drei Bootsführer derzeit auf einem Kurs an der Donau befinden.














