Wolf in der Obersteiermark unterwegs
Zu viele Wölfe im nahen Ausland: Um diesen Druck zu entgehen, dürfte ein Exemplar in die Steiermark eingewandert sein. Wildbiologen finden jedenfalls verdächtige Spuren.

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Jörg Rauer spürt für den World Wildlife Fund (WWF) den Bären zwischen Hochschwab und Ötscher nach. Dass sich dort ein Wolf herumtreiben soll, weiß er: "Es spricht vieles dafür, vor allem die Risse. Ein Schäferhund würde nicht so viel fressen." Ein Wolf in diesem Gebiet wäre laut Rauer auch nicht außergewöhnlich. Wölfe gibt es in Tschechien, der Slowakei, in Polen, Italien, der Schweiz. "Warum soll nicht einer einwandern? Mit zwei Jahren verlässt der junge Wolf seine Familie und Einzeltiere wandern in drei Tagen bis zu 200 Kilometer weit."
Druck. Auch Hubert Zeiler, der Wildökologe der steirischen Jägerschaft, hält einen Wolf durchaus für möglich: "In den letzten hundert Jahren tauchte in jedem Jahrzehnt mindestens ein Wolf in der Steiermark auf, seit 2000 wird der Druck stärker." Zeiler führt das auf die Wolfpopulationen in den Nachbarländern zurück.
Wolf erlegt. Im Jahr 2001 wurde ein 50-Kilo-Wolfsrüde im Ausseer Raum erlegt, zwei Jahre später einer am Zirbitzkogel an der Grenze zu Kärnten fotografiert. Der jetzige – falls es ihn tatsächlich gibt – dürfte laut Zeiler am ehesten aus dem Norden zugewandert sein.
Ein geschütztes Tier. Die Position der Jägerschaft ist laut Zeiler klar: "Der Wolf ist ganzjährig streng geschützt, aber aktive Einbürgerung wird es in Österreich sicher keine geben." Zum Problem würde ein Wolf laut Zeiler spätestens dann, wenn er im Winter in ein Rotwildgatter käme, wo Wild in großer Zahl vorhanden ist und nicht entkommen kann.
Keine Gefahr. Für den Menschen ist der Wolf aber nahezu ungefährlich, vor allem beim hiesigen Nahrungsangebot. Zeiler: "Sollten Sie wirklich einen Wolf zu Gesicht kriegen, schätzen Sie sich glücklich, aber fürchten Sie sich nicht." Dabei ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, einem Bären als einem Wolf zu begegnen. Derzeit weiß Bärenanwalt Rauer noch nicht, wie es im weitläufigen Gebiet hinter dem Hochschwab aussieht: "Aber wir befürchten, dass die Bären immer weniger werden. Im Vorjahr waren es nur noch sechs."
Nachwuchs. Ob alle noch da sind und ob es womöglich sogar Nachwuchs gibt, ist noch offen: "Die früheste Sichtung von Jungbären gab es am 1. Mai, es könnte also bald so weit sein."
Features
Fakten
Der Wolf ist eine Hundeart, Wölfe leben und jagen im Rudel.
Meist sind mittelgroße bis große
Huftiere ihre Beute.
Ihre Art war
früher auch in ganz Europa verbreitet, wurde jedoch in West- und Mitteleuropa weitgehend
ausgerottet.













