Auf Wildschweine gezielt: Jäger erschoss Pferd
Die 16-jährige Birgit aus St. Marein im Mürztal trauert um ihre "Snör". Ein Gast des Aufsichtsjägers hatte das Pferd irrtümlich getötet. Bezirksjägermeister kündigt schwerwiegende Folgen für Schützen an.

Foto © PRIVAT Isländerstute "Snör" (rechts). Der Schütze bot der 16-jährigen Besitzerin für den Verlust des Pferdes Geld und einen Reitgutschein an
Sie hätten ihr Pferd für ein Wildschwein gehalten, jetzt sei es leider tot. Mit dieser Nachricht konfrontierten zwei Jäger Montagfrüh die 16-jährige Birgit Papst und ihre Eltern aus St. Marein im Mürztal.
"Meine Tochter war außer sich vor Schmerz, aber auch darüber, dass die beiden Männer nur vom Geld redeten, weil sie das Pferd selbstverständlich bezahlen und ihr zum Trost einen Reitgutschein anboten", ärgert sich Otto Papst. Zweieinhalb Jahre lang war Stute "Snör" (isländisch für "Die Schnelle") Bestandteil des Lebens seiner Tochter gewesen.
Die fatale Verwechslung passierte Sonntagnacht nahe der Pferdekoppel, die an einen Wald und einen Gutshof grenzt. Der zuständige Aufsichtsjäger hatte einen Gast zur Wildschweinjagd eingeladen. Als dieser einige Wildschweine in Richtung Wald laufen sah, drückte er ab.
"Schießen darf man wirklich nur, wenn man genau beurteilen kann, worauf man zielt", zeigt sich Bezirksjägermeister Max Hörmann verärgert über den Vorfall. "Schlechtes Wetter, schlechte Sicht und Dunkelheit sind keine Entschuldigungen", erklärt er und kündigt schwerwiegende Folgen für den Schützen und dessen Gastgeber an.
Otto Papst malt sich unterdessen aus, was noch passieren hätte können: "Ich bin in der Nacht über den Hof gegangen um im Stall nachzusehen, da hätte es mich ja auch erwischen können."













