Die Rätsel hinter den Bildern
Xenia Hausner bietet für ihre erste Personale im Essl Museum fabelhafte neue Großformate auf.

Foto © KARL SCHÖNDORFERDie Malerin Xenia Hausner im Essl Museum Klosterneuburg vor ihrem Bild
Für eine Ausstellung von Xenia Hausner empfiehlt sich gutes Stehvermögen oder besser noch, ein leichter Klappstuhl. Ihren Bildern ist allen eines gemeinsam: Sie ziehen einen ersten Blick rasend an. Und kaum hat man hingeschaut, wird eine zweite Ebene spürbar: Nichts scheint so zu sein, wie man anfangs meint. Hinter den furios gemalten Motiven verbergen sich jede Menge mysteriöser Geschichten und Deutungsmöglichkeiten. Ist ein Messer eine Bedrohung oder nur ein Messer? Ist die Frau an der Windschutzscheibe tot oder ein Voyeurin. Hält sich das Paar in Liebe umschlungen oder ringt es miteinander? Um Antwort muss es einem aber nicht bang werden. Sagt doch Xenia Hausner: "Ja, ich bleib mir selbst ein Rätsel".
Erste Wucht
Minutenlang kann man vor den Großformaten der genialen Malerin verharren und sich alle möglichen Varianten selbst erzählen. Ihre neueste Personale, vom angesehenen Essl-Museum in Klosterneuburg ausgerichtet, zeigt Xenia Hausner, Tochter des Phantastischen Realisten Rudolf Hausner auf einer neuen Höhe von Qualität. Die erste Wucht ihrer meist sehr großflächigen Tableaus ist noch stärker geworden, der Pinselstrich noch sicherer und subtiler.
Xenia Hausner hatte ursprünglich Bühnenbild studiert und bei den Salzburger Festspielen, am Burgtheater, in Covent Garden etc. gearbeitet. Der Malerei näherte sie sich mit großem Bedacht: Erst nach über 100 Bühnenausstattungen traute sie sich ab 1992 voll darüber. Was ein Glück ist. Denn wenn man die neuen Bilder gesehen hat, neigt man in den Jubelruf einzustimmen, den die Museums-Mitbesitzerin Agnes Essl bei der Eröffnung lauthals ausstieß: "Es lebe die Malerei!"
Allein diese Schau wäre schon eine Fahrt nach Klosterneuburg wert. Aber unsere Akademie-KULtour bietet zusätzlich eine kleine Sensation: Exklusiv für unseren Besuch im Essl-Museum wird das Depot zugänglich gemacht. Dort ist die größte und spektakulärste Sammlung österreichischer und internationaler Kunst des 20./21. Jahrhunderts zu sehen. Kein Museum im ganzen Land könnte da mithalten.
Xenia Hausner ÜberLeben. Essl Museum, Klosterneuburg. Di-So 10-18 Uhr, bis 20. Jänner. (Info: 02243 370 50 150)
Features
KULTour Essl Museum
Termin: Donnerstag, 8. November
8.00 Uhr: Treffpunkt Graz, Franz-Graf-Allee hinter der Oper (am Stadtpark)
9.00 Uhr: Zustiegsmöglichkeit Bruck an der Mur, Bahnhof
11.00 Uhr: Essl Museum - Führung durch die Ausstellung >Xenia Hausner: ÜberLeben< mit dem Kurator Günther Oberhollenzer
12.00 Uhr: Pause zur freien Verfügung in Klosterneuburg.
14.00 Uhr: Exklusive Führung durch das Essl Kunstdepot.
16.15 Uhr: Abfahrt Essl Museum
18.15 Uhr: Ankunft Bruck.
19.15 Uhr: Ankunft Graz Begleitung: Frido Hütter, Kleine Zeitung-Ressortleiter für Kultur.
Preis pro Person: 69 Euro. Informationen und Buchungsmöglichkeit: Tel. (0 31 6) 875 3232. www.kleinezeitung.at/akademie














