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Zuletzt aktualisiert: 23.10.2012 um 20:19 UhrKommentare

"Ich will die Zufriedenheit der Kunden verbessern"

Am Montag wurde Günther Wagner zum neuen Leiter des Brucker Arbeitsmarktservice bestellt. Ein großes Anliegen ist ihm der Kampf gegen den Facharbeitermangel.

Günther Wagner

Foto © Ulf TomaschekGünther Wagner

S ie sind am 22. Oktober zum neuen Leiter des Brucker Arbeitsmarktservice bestellt worden. Mit Jänner 2013 werden die beiden Bezirke Bruck und Mürzzuschlag zusammengelegt. Werden dann auch die beiden AMS-Geschäftsstellen fusioniert?

GÜNTHER WAGNER: Nein, Zusammenlegungen sind beim AMS derzeit kein Thema, Mürzzuschlag bleibt ebenso bestehen wie Leoben. Allerdings wird es strukturelle Änderungen geben. So wird etwa ein zentrales Ausländerfachzentrum in Graz eingerichtet, und das Service für Unternehmer kommt in die Beratungszone.

Sie sind seit 1985 im AMS Bruck tätig. Haben Sie die Leiterstelle aktiv angestrebt?

WAGNER: Ja, ich habe diesen Job abgestrebt, das war immer ein Ziel von mir. Man kann in dieser Position etwas bewegen, wir haben dafür ein gutes Team, das da und dort auch neu aufgestellt werden kann.

Was konkret wollen Sie als Leiter bewegen?

WAGNER: Ich will vor allem die Zufriedenheit der Kunden verbessern. Und mit Kunden meine ich zum einen die Arbeitsuchenden, zum anderen aber auch die Unternehmer, die Personal brauchen. Das bedeutet, dass wir sehr gezielt und adäquat vermitteln müssen. Die Kunst unserer Arbeit ist, den Unternehmer und den Arbeitssuchenden zusammenzubringen. Das geht nicht mehr mit der EDV oder mit der Vorstellungskarte allein, mit der sich der Arbeitslose den berühmten Stempel holt. Wir müssen eine Vorselektion treffen, wen wir wo hinvermitteln können. Vorselektion wird das Zauberwort der Zukunft sein.

Dabei sind Ihnen aber auch die Hände gebunden. Nicht jeder Topf wird einen Deckel finden.

WAGNER: Das stimmt. Es ist etwa eine Tatsache, dass wir mehr Lehrstellen als Lehrlinge haben. Beim Thema Facharbeitermangel will ich mich auch stärker einbringen, etwa dadurch, dass wir mehr mit den Schulen kooperieren und dort entsprechend informieren. Wir haben brachliegende Ausbildungen, vor allem im technischen Bereich. Frauen in technischen Berufen darf nicht länger ein Schlagwort bleiben. Dazu kommt, dass wir Zuwanderer haben, die oft über eine gute Ausbildung verfügen, aber in ihren erlernten Berufen nicht arbeiten können. Auch hier müssen wir ansetzen.

Gibt es neben den Schulen noch Möglichkeiten, an die Jugend heranzukommen?

WAGNER: Ja, etwa durch die Neuen Medien, wie SMS oder Facebook. Unsere Klientel wird künftig sicher anders mit uns kommunizieren als bisher.

Bedeutet dies das Ende des Beratungsgesprächs?

WAGNER: Nein, sicher nicht. Das persönliche Gespräch muss bleiben. Das hat man ja bei den Banken gesehen, dort wird teilweise wieder zurückgerudert. Selbstbedienung allein ist zu wenig.

Sie sind auch SPÖ-Bürgermeister von Thörl. Legen sie als AMS-Chef dieses Amt zurück?

WAGNER: Nein. Ich bin bis 2015 Bürgermeister und werde das auch bleiben. Was dann passiert - Stichwort Gemeindefusion - weiß ich ohnedies nicht. Aber ich denke, dass ich als Bürgermeister auch eine Türöffnerfunktion habe und damit das AMS nach außen gut vertreten kann.

INTERVIEW: ULF TOMASCHEK

FAKTEN

Günther Wagner wurde am 22. Oktober zum neuen Leiter des AMS Bruck bestellt. Er folgt damit Walter Scharler nach, der seit 1. September in Pension ist.

Der 48-jährige Wagner ist seit 1985 im AMS Bruck beschäftigt, seit mehr als 20 Jahren im Service für Unternehmen.

Der neue AMS-Leiter ist verheiratet und hat eine 22-jährige Tochter. Er lebt in Thörl, wo er aufgewachsen ist und auch das Amt des Bürgermeisters bekleidet.

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