Wiesen und Äcker zerstört
So viele Wildschweine wie heuer gab es noch nie. Schuld ist das üppige Nahrungsangebot, das die Fortpflanzung fördert. Bauern verzweifeln.

Foto © KLZ/Grassberger
Das Schwarzwild wütet derzeit in Wald und Flur wie noch nie, und die Bauern haben ihre liebe Not damit. "So arg wie heuer habe ich das Problem mit den Wildschweinen noch nicht erlebt", weiß nicht nur der Brucker Bezirksjägermeister Max Hörmann, sondern auch die vielen betroffenen Landwirte. "Etwa 30 Wildschweine entdeckte ein Bauer kürzlich auf einer Wiese nahe St. Katharein, die von ihnen in ein regelrechtes Schlachtfeld verwandelt wurde", erzählt Hörmann.
Aber die Jäger hätten diese Misere, sagt Hörmann, für heuer schon im Vorfeld befürchtet. Denn im Vorjahr haben sich die Wildschweine beim üppigen Angebot an den Früchten der Eichen und Buchen im Wald delektiert. Daher waren sie für die Jäger schwerer zu bejagen. Heuer gibt es in den Wäldern keine so große Ausbeute an diesem für die Sauen hochwertigen Futter. Deshalb ackern sie die Wiesen im wahrsten Sinne des Wortes um. Für die Bauern ist dieses verwüstete Grünland auf längere Zeit nicht brauchbar, deshalb appellieren sie an die Jäger, das Schwarzwild entsprechend zu bejagen.
"Wildschweine sind nachtaktiv und kluge Tiere, sie haben einen guten Geruchs- und Orientierungssinn", erklärt Hörmann. "Deshalb ist es schwer, an sie heranzukommen. Und das, obwohl das Schwarzwild mit Ausnahme der Muttertiere nicht dem Abschussplan unterliegt. Die Bachen dürfen von Februar bis Juli nicht bejagt werden. Die Tiere merken sich rund 80 Futterstellen, die sie immer wieder aufsuchen, und legen dafür an einem Tag mitunter bis zu rund 30 Kilometer zurück.
Betroffen ist der Bezirk Bruck ebenso wie Mürzzuschlag, davon weiß auch der Mürztaler Bezirksjägermeister Dieter Andrieu ein Lied zu singen: "Die Bachen sind gut genährt und bringen mehr Frischlinge zur Welt, was das Problem noch schlimmer macht." Waren es vor rund 13 Jahren nur neun Sauen, die im Bezirk Bruck erlegt wurden, ist die Zahl kontinuierlich gestiegen. Im heurigen Jagdjahr, das bis März 2013 dauert, werden rund 300 Abschüsse getätigt werden. In Mürzzuschlag sind es etwa 40, 21 waren es im Vergleich dazu im Vorjahr. "In der Bejagung des Schwarzwildes sind früher viele Fehler passiert, man konnte die Entwicklung nicht absehen", bedauert Hörmann.













