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Zuletzt aktualisiert: 08.10.2012 um 12:09 UhrKommentare

Ein Blog trägt Mariazell in die Welt hinaus

Vor drei Jahren kam Fred Lindmoser durch Zufall zum Filmen. Inzwischen hat sein "Mariazell-Blog" im Durchschnitt 2000 Zugriffe täglich. Damit wurde er zum wichtigen Werbeträger.

Foto © KLZ/Pototschnig

Ende 2008 kaufte sich der Mariazeller Fred Lindmoser eine exzellente digitale Spiegelreflexkamera. Er fotografierte viel und probierte auch aus, wie sich die neue Kamera für Videos eignet. "Wahnsinn, das schaut aber gut aus", hat er sich gedacht - und er wollte auch andere daran teilhaben lassen.

Am 21. Jänner 2009 fotografierte er am Sigmundsberg bei Mariazell ein Naturbahnrodeln. Es wurde daraus der erste Beitrag, den Lindmoser für seinen "Mariazellerland Blog" ins Netz stellte. Das kleine Mariazell ist in den Medien nicht allzu präsent, allein deshalb fand der Blog viel Echo bei den Internetbenutzern.

Lindmoser erntete viel Lob und aufmunternde Worte, und die Beiträge wurden bald mehr. "Ich habe technisch aufgerüstet und wurde von vielen Veranstaltern gefragt, ob ich nicht kommen und einen Beitrag machen könnte." So war Fred Lindmoser bald überall anzutreffen, wo im Raum Mariazell etwas los war. Die Texte sind kurz gehalten, der Blog lebt von den gelungenen Fotos und Videos.

Rasch wurde die Arbeit mehr. Waren es am Anfang sechs bis sieben Beiträge pro Monat, sind es heute 15 bis 20. Bis zu 100 Stunden investiert Lindmoser monatlich: "Ich sehe das auch als Wertschätzung für die meist idealistische Arbeit der Vereine und Veranstalter", erklärt er.

Auch selber ist er Idealist, denn zu verdienen ist dabei kaum etwas: "Nach einem Jahr habe ich den Blog inklusive mich selber zum Verkauf angeboten. Aber das Echo war gering. Nur die Apothekerin Angelika Prentner hat Interesse gezeigt." Lindmoser wird seitdem von der "Apotheke zur Gnadenmutter" unterstützt, die auf dem Blog aber sehr zurückhaltend auftritt, vor allem mit Wissenswertem über Heilkräuter. "Aber redaktionell bin ich völlig frei, ich mache es, wie ich es mir denke, und das ist mir sehr wichtig", sagt Lindmoser.

Wenig Freizeit

Die Frage, wie viel er schon investiert hat, beantwortet er ausweichend: "10.000 Euro sind für die Technik bald einmal weg." Mehr Sorgen macht ihm da schon, dass er in seinem Lederhosengeschäft nicht mehr so oft da ist, wie er es gerne sein würde: "Das muss ich mir schon sehr gut einteilen." Und was sagt die Freundin des 45-Jährigen dazu? Er lacht: "Ich führe eine gute Fernbeziehung, und meine Partnerin ist sehr tolerant." Das muss sie auch sein, denn gerade an den Wochenenden ist Fred Lindmoser viel unterwegs.

Manchmal wird ihm die Arbeit schon fast zu viel, denn Mitarbeiter hat er keine: "Zahlen kann ich nichts, und als Hobby ist das allen zu aufwendig", meint er leichthin. Sein Lohn ist das Interesse des Publikums - und das viele positive Echo, das er aus aller Welt bekommt. Auch der Mariazeller Bürgermeister Josef Kuss betont, wie wichtig dieser Blog ist: "Außerdem ist Fred ein ganz ausgezeichneter Fotograf." Wenn das der Fotografenmeister Kuss sagt, tut das besonders gut.

Aber nicht nur das Lob, auch das enorme Echo treiben Fred Lindmoser an: Waren es zu Beginn 400 tägliche Besucher, kam er im zweiten Jahr bereits auf 800 bis 1200. Derzeit sind es im Durchschnitt 2000, und Großereignisse wie die Habsburg-Verabschiedung oder der Mariazeller Advent kommen leicht auf 5000 Besucher pro Tag.

Im Monat kommt Lindmoser mit seinem Mariazellerland-Blog auf bis zu zwei Millionen Klicks - eine Menge, die viele offizielle Tourismusseiten nicht schaffen. "Ich sehe das auch als Unterstützung des Mariazellerlandes", meint Lindmoser bescheiden. Seine virtuellen Besucher sitzen in fast 100 Ländern vor ihren Computern, wobei Österreich, Deutschland, Ungarn und die USA stets vorne liegen.

Themen, die bewegen

Derzeit ist die Blasmusikwallfahrt vom letzten Wochenende der große Hit in Lindmosers Blog, aber auch kleinere Dinge finden bei den Betrachtern Anklang. Lindmoser macht aber nicht nur Tourismus und Veranstaltungen zum Thema, kürzlich hat er eine Umfrage zu den Gemeindefusionen durchgeführt: "Da hat sich die Mehrheit für einen Zusammenschluss unserer vier Gemeinden ausgesprochen. Das hat, wie ich höre, nicht allen gefallen", schmunzelt er.

Den Blog will er machen, so lange es ihm Spaß macht: "Das ist ja das Schöne. Ich mache es gern und bin völlig frei dabei."

FRANZ POTOTSCHNIG

FAKTEN

Gestartet wurde der Blog am 21. Jänner 2009.

Bis zu 5000 Besucher sehen täglich den Blog, im Durchschnitt sind es 2000.

Bis zu 100 Stunden investiert Fred Lindmoser monatlich in den Mariazellerland Blog.

Im Internet zu finden unter www.mariazellerland-blog.at

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