Zu wenig frisches Kapital
Die Eine Welt Handel AG in Niklasdorf kann nicht über ein Sanierungsverfahren gerettet werden. Fairen Handel wird es aber weiterhin geben.
Seit Anfang der Woche ist es traurige Gewissheit. Die Eine Welt Handel AG in Niklasdorf, die fair gehandelte Produkte aus Entwicklungsländern verkauft, kann nicht, wie beabsichtigt, über ein Sanierungsverfahren gerettet werden. Zu diesem Schluss kam ein Gutachten, erstellt vom Sachverständigen Hans-Otto Hüppe aus Kindberg. Sein Fazit: zu wenig Umsatz bei zu vielen Dienstnehmern und keine Perspektive für eine Sanierung. Und zu allem Überfluss ist auch noch ein hoher Warenschaden dazugekommen, wie Rechtsanwalt Peter Teubl ausführt.
Der Brucker Anwalt vertritt Karl Pirsch, den Gründer und "Motor" der Eine Welt Handel. Bis zuletzt hat Pirsch versucht, sein Lebenswerk zu retten. So hat er bei der Umstrukturierung vor rund zwei Jahren seine Aktienmehrheit unentgeltlich abgegeben, um dem Unternehmen zu helfen - "aber es ist letztlich zu wenig frisches Kapital in die AG geflossen", erklärt Teubl. Und auch die Hausbank, die "Steiermärkische", konnte die Eine Welt Handel AG nicht retten - auch wenn sie laut Pirsch immer fair zu ihm gewesen ist.
Sanierungsverwalter Peter Freiberger wird jedenfalls das Unternehmen schließen. "Mir tut die Familie Pirsch leid, und ich bedaure diesen Schritt, aber es geht nicht anders", sagt der Mürzzuschlager Rechtsanwalt, der nun die verbliebene Masse bestmöglich verwerten muss.
Fairen Handel wird es aber auch dennoch geben. Wollen doch Pirschs Kinder weiterhin fairen Handel treiben, wenn auch in anderer Form und mit einem neuen Unternehmen.











