Die Nachbarn kommen sich langsam näher
St. Katharein und Tragöß wollten zuerst nicht zusammengehen. Aber jetzt führt man doch Gespräche. Es wird sogar schon an einer Analyse gearbeitet, wie sich eine Fusion auswirkt.

Foto © PototschnigSt. Katharein an der Laming (Bild) kann sich mit einer Fusion offenbar eher anfreunden als Tragöß
Für den Tragösser Bürgermeister Rudolf Treutler ist eines klar: "Wir haben einen Gemeinderatsbeschluss vom Dezember 2011, in dem wir uns gegen eine freiwillige Fusion aussprechen." Der Namenslisten-Bürgermeister ("Gemeinsam für Tragöß") ist zwar nach wie vor kein großer Freund einer Zusammenlegung mit St. Katharein, räumt jedoch ein: "Inzwischen haben sich aber auch die Voraussetzungen geändert."
Vor wenigen Tagen gab es ein Gespräch der jeweiligen Gemeindevorstände - Bürgermeister, Vize und Kassier -, bei dem auch die Amtsleiter anwesend waren. Dabei hat man sich darauf geeinigt, dass der Koordinator des Landes eine Analyse erarbeiten soll, wie eine gemeinsame Zukunft der beiden Gemeinden aussehen könnte.
Hubert Zinner, ÖVP-Bürgermeister aus St. Katharein, steht einer Fusion mit Tragöß nicht mehr ablehnend gegenüber wie noch vor einigen Monaten. Er ist nämlich überzeugt: "Wenn wir uns nicht selber darum bemühen, wird uns etwas aufgezwungen, und das sieht dann ganz anders aus." Zinner meint damit die Eingliederung in die Großgemeinde Bruck-Kapfenberg mit dem Umland. Er fürchtet, dass die Interessen der beiden 1000-Einwohner-Gemeinden in dieser großen Gemeinde untergehen würden: "Außerdem sehen der komplette Gemeinderat und die Bevölkerung eine Fusion als vernünftig an."
Gerecht aufteilen
In Tragöß sorgt man sich laut Treutler auch darum, dass die Infrastruktur - etwa Gemeindeamt und Volksschule - nach St. Katharein abwandert. "Wenn in Tragöß nichts übrig bleibt, wird es keine Zustimmung von uns und von der Bevölkerung geben." Denn dass die Tragösser befragt werden, wenn die Analyse vorliegt, ist für Treutler klar.
Erschwerend sind die unterschiedlichen Signale aus Graz: Bei einer Besprechung am 30. März wurde in der Bezirkshauptmannschaft Bruck der Wunsch geäußert, dass St. Katharein und Tragöß zusammengehen. Aber bald darauf betonte SPÖ-Landeshauptmannstellvertreter Siegfried Schrittwieser, dass er 17 Gemeinden unter einem Dach haben will. Treutler: "Was gilt jetzt?"
Ende August soll bereits die Analyse des Landes vorliegen, da gibt es die nächste Besprechung. Spätestens zu Jahresende muss eine Entscheidung gefallen sein. Ursprünglich wollte man schon Ende Oktober so weit sein, aber das ist nicht zu halten - nicht nur im Tragössertal, auch in anderen Gegenden dauern die Gespräche länger als eingeplant.













