Pensions-Schock hat Brandner keinen
Der Eishockey-Pensionist mit Kapfenberger Wurzeln drückt wieder die Schulbank.
EISHOCKEY. Christoph Brandner hat die Seite gewechselt. Der ehemalige Eishockey-Profi aus Kapfenberg erlernt jenen Beruf, der ihm im Laufe seiner Karriere so oft geholfen hat. Gleich nach der letzten Schluss-Sirene bei der 1:3-Niederlage des KAC am 1. April in Linz hat er die Aufnahmsprüfung für die Ausbildung zum Physiotherapeuten gemacht.
"Wieder lernen zu müssen war eine ganz schöne Umstellung", sagt Brandner. "Aber dadurch habe ich ein Ziel. Das brauche ich." Nur am Sofa sitzen und nichts tun geht bei dem Hünen, der mit seiner Familie in Klagenfurt lebt, nicht. "Außerdem ist es ein Fehler zu glauben, ich hätte ausgesorgt." Trotz aller Erfolge mit dem KAC, dem Engagement bei Krefeld und Hamburg sowie in Schweden und nicht zuletzt in der NHL.
Auf die blickt er ein wenig wehmütig zurück. "Ich konnte es gar nicht richtig genießen, dort zu spielen. Ich bin ein alter Grübler und hab mir immer Sorgen gemacht, ob es weitergeht, ob ich gut genug bin."
Woran er sich aber besonders gerne erinnert, ist ein Rekord: als erster Österreicher hat "Brandy" in der NHL ein Tor erzielt. "Das bleibt mir", sagt er und lächelt bescheiden. "Minnesota hat mir den Puck gerahmt, mit einer Plakette, auf der Datum, Spiel und Assistgeber stehen." Vom Profi-Eishockey hat er vorerst einmal genug. "Trainer zu sein und wieder das ganze Jahr herumzutingeln - das ist nichts für mich. Außerdem ist das Geschäft viel zu schnelllebig."
Ganz los kommt er vom Eis aber nicht. Zum achten Mal hat er in Kapfenberg seine Hockey Academy veranstaltet, die einen guten Ruf genießt - sogar ein Spieler aus Finnland war heuer dabei. "Es macht einfach Spaß mit Kindern zu arbeiten. Da werden viele Erinnerungen wach, schließlich habe auch ich hier angefangen."
KLAUS MOLIDOR
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