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Zuletzt aktualisiert: 22.07.2012 um 00:46 UhrKommentare

Die Katastrophe im Zeitraffer

Schwere Unwetter haben in der Nacht auf Samstag in der Obersteiermark zu schweren Verwüstungen durch Muren und Hochwasser geführt. Der Ortskern von St. Lorenzen im Paltental im Bezirk Liezen wurde von einer meterhohen Schlammlawine erfasst.

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00:44 Uhr: Lage in Deutschfeistritz

In der Nacht auf Sonntag zeigte sich die Lage in Deutschfeistritz nach wie vor angespannt, aber stabil. Das Wasser stieg bis Mitternacht nicht mehr weiter an und die Hälfte der eingesetzten Feuerwehrkräfte konnte abziehen. Etwa 40 Mann waren gegen Mitternacht noch im Einsatz. Ein Jungfeuerwehrmann wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

23:10 Uhr: Feuerwehren bleiben die ganze Nacht im Einsatz

Auch in Deutschfeistritz trat die Mur am Samstag an mehreren Stellen über die Ufer. Häuser standen zum Teil eineinhalb Meter tief unter Wasser. Die Feuerwehren errichteten Barrikaden mit Schalttafeln und Sandsäcken. Die Feuerwehren bleiben die ganze Nach im Einsatz. Evakuierungen sind noch nicht erforderlich, laut Feuerwehr aber nicht auszuschließen.

22:53 Uhr: Marke eines 30-jährlichen Hochwassers

Stetig in Richtung Sieben-Meter-Marke kletterte der Murpegel am Samstag in Graz. Der Höhepunkt wird für Sonntag erwartet: Hochwasseralarm schließt Katastrophenschutzleiter Kurt Kalcher nicht aus. Die Mur könnte morgen bei Graz die Marke eines 30-jährlichen Hochwassers erreichen.

21:29 Uhr: Floßlendstraße und Hauptbrücke in Graz gesperrt

In Graz wurden am späten Sonntagabend die Floßlendstraße und die Hauptbrücke gesperrt. Nach Angaben der Polizei aus Sicherheitsgründen.

21:21 Uhr: Feuerwehren verzeichnen Einsätze am laufenden Band

Keine Zeit zum Ausruhen hatten die über 250 eingesetzten Feuerwehrmänner in der Region Knittelfeld. Die Feuerwehren St. Lorenzen, Apfelberg und Preg wurden zu einem Wasserdiensteinsatz auf die hochwasserführende Mur gerufen. Ein Passant hatte eine leblose Person in der Mur bei St. Lorenzen treiben gesehen und verständigte die Einsatzkräfte. Nachdem Absuchen des Bereiches wurde die Suchaktion erfolglos abgebrochen. In St. Margarethen wurden vier Häuser evakuiert, da ein Hang mit einer Hochspannungsleitung abzurutschen drohte. Im Großlobming verlegte eine über zehn Meter hoher Baum die Landesstraße nach Kleinlobming. In Kleinlobming verlegten zwei Muren ebenfalls die Verkehrswege. In Apfelberg wurden mehrere Meter lange Rohre von den Wassermassen mitgerissen.

20:59 Uhr: Feuerwehren rüsten sich im Staubereich Mellach

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Foto © FF Mellach/OFM Masser

Foto vergrößernFoto © FF Mellach/OFM Masser

Der Flusspegel der Mur steigt konstant. Auch die südlicheren Gebiete der Steiermark sind nun gefährdet, weil sich die Wassermassen in Richtung Süden wälzen. In Mellach rüsten sich die Einsatzkräfte bereits mit Sandsäcken und planen, wie die Feuerwehren gezielt helfen können.

20:25 Uhr: Keine Entwarnung in St. Lorenzen

Keine Entwarnung gibt es von der Bezirkshauptmannschaft für die betroffenen Gemeinden im Bezirk Liezen. Für die Nacht werden erneut schwere Niederschläge prognostiziert. Geröll und Holz, das noch in den Wildbächen hängt, könnte durch neuen Regen auf den Weg in Richtung Tal gebracht werden und zu neuen Muren führen.

19:37 Uhr: Pogusch weiterhin gesperrt

Eine Mure hat die Verbindung über den Pogusch bereits am Nachmittag verschüttet. Die Sperre ist nach wie vor aufrecht - auch wenn zahlreiche Autofahrer versuchen die Strecke über den Pogusch zu fahren. Nur in Kapfenberg wird mit einer Tafel auf die Sperre hingewiesen.

19:11 Uhr: Vorbereitungen im Süden

Nach dem Ansteigen des Murpegels wird mit Überflutungen südlich von Graz gerechnet. In Wildon laufen bereits erste Vorbereitungen - zur Stunde wird eine Vorsprechung der Einsatzkräfte mit der Schutzwasserwirtschaft abgehalten.

19:05 Uhr: Kurpark der Therme Wildbad Einöd überflutet

Die Feuerwehren Dürnstein und Neumarkt mußten am Samstagnachmittag zur Hochwasserbekämpfung bei der Therme Wildbad Einöd ausrücken. Binnen kürzester Zeit war der Olsabach über die Ufer getreten und überflutete den gesamten Kurpark. Ein Eindringen in die Gebäude konnte durch das Auflegen von Sandsäcken gering gehalten werden.

18:57 Uhr: Katastrophenschutz und Feuerwehr warnen Bevölkerung

Die starken Regenfälle der vergangenen Stunden und Gewitter in der Obersteiermark haben zu einem erhöhten Pegelstand der Mur im Raum Graz geführt. Dieser liegt aktuell bei 6,2 Meter. Der Krisenstab bittet die Bevölkerung die Absperrung an der Mur strikt einzuhalten, bei Übertretung herrscht absolute Lebensgefahr.

18:52 Uhr: 1,5 Millionen Soforthilfe für die Steiermark

Umweltminister Nikolaus Berlakovich hat am Samstag per Aussendung 1,5 Millionen Euro Soforthilfe aus Mitteln des Bundes für die Steiermark zugesichert.

17:51 Uhr: Bundesheer rückt mit 160 Soldaten in St. Lorenzen an

160 Soldaten des Österreichischen Bundesheeres sind noch am Samstag in die Obersteiermark nach St. Lorenzen im Paltental aufgebrochen, um die Einsatzkräfte bei den Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten zu unterstützen. Das Militärkommando Steiermark aktivierte die ABC Abwehr Kompanie aus der Grazer Gablenzkaserne sowie Teile des Jägerbataillons 17 aus Straß und des Versorgungsregiments 1 aus Gratkorn. Ab Montag soll auch eine Pionierkompanie aus Melk in der Obersteiermark im Einsatz sein.

17:37 Uhr: Lage weiter angespannt

Die Lage nach den Unwettern bleibt angespannt. An den Aufräumarbeiten sind neben den Feuerwehren auch Kräfte des Bundesheeres beteiligt.

16:48 Uhr: Pegelstand der Enns in Steyr angestiegen

In Steyr ist der Pegelstand der Enns im Laufe des Samstags weiter leicht gestiegen, nachdem bereits am Vormittag die Hochwasser-Voralarmgrenze von 4,70 Metern erreicht worden war. Um 16.00 Uhr betrug der Wasserstand laut Hydrographischem Dienst 4,82 Meter. Auslöser für den hohen Pegelstand der Enns seien vor allem die heftigen Regenfälle in der Steiermark, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

16:32 Uhr: Katastrophenalarm nun auch in Kleinsölk

Nach St. Lorenzen im Paltental musste Samstagnachmittag auch in Kleinsölk (Bezirk Liezen) der Katastrophenalarm ausgelöst werden. Laut Kurt Kalcher von der Landeswarnzentrale Steiermark seien 35 Bewohner des hinteren Talbereiches von der Außenwelt abgeschnitten. Die Zufahrtswege müssten erst von den Einsatzkräften frei geräumt werden.

16:30 Uhr: Meteorologen erwarten 30-jähriges Hochwasser

Nachdem der Wasserstand der Mur zu stark angestiegen ist, musste die S 35 wegen Überflutungsgefahr gesperrt werden. Die Meteorologen erwarten für die Mur zwischen Bruck und Graz ab Sonntagfrüh ein 30-jähriges Hochwasser - im Bereich Bruck ist der Fluss aber bereits Samstagnachmittag so stark angeschwollen, dass die S 35 am Nachmittag gesperrt wurde.

16:20 Uhr: Aufräumarbeiten in St. Lorenzen in vollem Gange

Die Feuerwehr steht in St. Lorenzen mit rund 300 Mann im Einsatz, um Schlamm aus Häusern zu schaufeln, Keller auszupumpen, Stromaggregate für Elektrizität aufzubauen und Verkehrswege frei zu machen.

15:50 Uhr: S 35 in der Steiermark wegen Mur-Hochwassers gesperrt

Die Brucker Schnellstraße (S35) ist Samstagnachmittag von den Behörden wegen der hochwasserführenden Mur ab Mixnitz in Fahrtrichtung Norden gesperrt worden. Das Wasser hatte zwischen Mixnitz und Pernegg bereits die Fahrbahn überschwemmt. Die Sperre wird laut Polizei vermutlich die Nacht über aufrecht bleiben.

15:15 Uhr: Gefahr im Verzug: Grazer Murinsel gesperrt

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Foto © APA

Foto vergrößernDie Murpromenade in Graz ist überschwemmt wordenFoto © APA

Die heftigen Regenfälle in der Obersteiermark haben den Murpegel in die Höhe schnellen lassen. Treibgut kracht gegen die Murinsel. Die Berufsfeuerwehr ließ sie sperren. Auch die Murpromenade ist überschwemmt worden. Nach dem Ansteigen des Murpegels wird mit Überflutungen u.a. auch südlich von Graz gerechnet.

15:13 Uhr: Evakuierung von Schwarzenbach in Gang

Nach dem Triebener Ortsteil Sankt Lorenzen, in dem eine Mure schwere Schäden angerichtet hat, wurde am Samstagnachmittag auch der Ortsteil Schwarzenbach evakuiert. Nach Angaben des Bürgermeisters von Trieben, Helmut Schöttl (S), drohen dort ebenfalls Muren abzugehen. Betroffen seien 100 bis 150 Menschen, die Evakuierung werde von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Polizei durchgeführt.

13.55 Uhr: Zusätzliche Hilfe aus der Oststeiermark fürs Paltental

Die Einsatzkräfte in St. Lorenzen im Paltental bekommen Unterstützung aus der Oststeiermark: Die Katastrophenhilfsdiensteinheiten (KHD) der Feuerwehr aus Feldbach werden in den Nachmittagsstunden mit vier Zügen und mehr als 100 Kräften in der Triebener Katastralgemeinde erwartet, so Thomas Meier, Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos Steiermark.

13.35 Uhr: Oppenberg von der Außenwelt abgeschnitten

Während die Einsatzkräfte in St. Lorenzen mit den Aufräumarbeiten beginnen, müssen sich die Bewohner des nur wenige Kilometer entfernten Ortes Oppenberg gedulden. Die beiden Zufahrtswege zur Gemeinde sind laut Chefinspektor Herbert Angerer von Muren und Bäumen verlegt worden.

Der Oppenberger Bürgermeister Franz Schrattenthaler (V) sprach im Vergleich zu St. Lorenzen von einem "blauen Auge", mit dem seine Ortschaft davongekommen ist. In seiner Gemeinde sind keine Gebäude beschädigt worden, doch die Zufahrten seien unpassierbar. Die Haushalte in Oppenberg hätten Vorräte gelagert und harrten aus, bis die Straßen wieder frei sind.

13.20 Uhr: Mure am Pogusch

Eine Mure hat die Verbindung über den Pogusch verschüttet. Nachdem zuvor bereits die Mariazeller Straße (B20) gesperrt werden musste, ist nun auch die Ausweichroute unpassierbar. Als einzige noch offene Verbindung bleibt nun nur noch das Pretal zwischen Turnau und Veitsch.

Zitiert

"Die Eindrücke, die ich bis zur Stunde in St. Lorenzen erleben durfte, erinnern sehr stark an die vorjährige Katastrophe im Wölzertal." Thomas Meier, Öffentlichkeitsarbeit d. Landesfeuerwehrverbands Steiermark

Mure in St. Lorenzen

Die obersteirische Gemeinde St. Lorenzen im Paltental (Bezirk Liezen) ist seit dem Murenabgang in den frühen Samstagmorgenstunden teilweise von der Außenwelt abgeschnitten. Die "Schlammwalze" sei gegen 5.00 Uhr abgegangen und habe ihren Weg durch den Ort gesucht, so Thomas Meier, Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos Steiermark. Zahlreiche Garagen und Fahrzeuge wurden weggeschwemmt, Häuserteile abgerissen. Samstagvormittag standen 22 Feuerwehren im Paltental im Einsatz und mussten sich mühsam einen Weg zum abgeschnittenen Ortsteil bahnen. Die acht Brücken, die ursprünglich in der Gemeinde zur Überquerung des Lorenzerbaches gedient hatten, sind weggerissen worden.

Bergung per Traktor

Ein schwer verletzter Steirer musste laut Christoph Schlüsslmayr von der Freiwilligen Feuerwehr in der Schaufel eines Traktors zu den Rettungsfahrzeugen transportiert werden, da diese wegen der verlegten Straßen nicht zu ihm vordringen konnten. Eine weitere Person hatte einen Schock erlitten und musste betreut werden. Neben den 20 per Hubschrauber aus dem Gefahrenbereich geflogenen Personen dürfte es keine Vermissten geben.

Zitiert

"Es hat etliche Garagen und einen Stall weggerissen, Autos liegen am Dach, die Ortschaft ist verwüstet". Fotograf Markus Leodolter für die Kleine Zeitung DIGITAL

Die Mure war "mitten ins Ortsgebiet von St. Lorenzen" abgegangen und hatte sich ihren Weg entlang des Schwarzenbachs gebahnt, so Schlüsslmayr zur APA. Brücken, Straßen, landwirtschaftliche Gebäude und Hausteile wurden weggerissen. Gegen Mittag versuchten die Einsatzkräfte mit Baggern die Straßen wieder frei zu machen.

Thörl: 47-Jähriger durch Mure verunglückt

Bei dem von einer Mure verschütteten und getöten Mann in Thörl handelte es sich laut Sicherheitsdirektion Steiermark um einen 47-jährigen Einheimischen. Ein Mitarbeiter der Steweag-Steg hatte den Obersteirer noch gesehen und bemerkt, wie sich die Mure in einem Waldstück löste. Er schrie dem Fußgänger noch zu, sich in Sicherheit zu bringen, doch es war zu spät. Während sich der 50-Jährige retten konnte, wurde der 47-Jährige von den Erdmassen mitgerissen.

Allein im Bezirk Liezen lagen Samstagvormittag rund 50 Schadensstellen vor. In Kleinsölk musste ein Wohnhaus evakuiert werden, da es von einem abrutschenden Hang bedroht wurde. Im Bezirk Murtal erwischte es besonders die Gemeinde Kobenz, wo umstürzende Bäume eine Stromleitung durchtrennten und auf ein Mehrpartienhaus und ein Einfamilienhaus krachten. Mehr als 200 umgefallene Bäume verlegten die Verbindungsstraße nach Seckau und St. Marein. Gegen 4.30 Uhr ging dann eine Mure über die L515 Gaalerstraße zwischen Bischoffeld und Sachendorf ab, die von den Freiwilligen Feuerwehren mit schwerem Gerät beseitigt werden musste.

Wölzerbach über die Ufer getreten

Im Bezirk Graz-Umgebung waren die Feuerwehren vermehrt im Raum Semriach und Kleinstübing im Einsatz. Im Bezirk Murau kämpften rund 140 Feuerwehrleute mit 21 Fahrzeugen gegen die Wassermassen des Wölzerbaches, der über die Ufer getreten war. Trotz Sandsäcken wurden laut Walter Horn vom Bereichsfeuerwehrverband Murau einige Häuser überflutet. Im Bezirk Mürzzuschlag war das Gebiet rund um Kindberg am stärksten betroffen: In Wartberg war die Ortsdurchfahrt überflutet, in Kindberg gingen mehrere Muren ab und in Hadersdorf musste eine Brücke per Kran angehoben werden, damit die Fluten sie nicht mitreißen können. Auch in der Veitsch sind die Bäche über die Ufer getreten.


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Grafik © ZAMG

Grafik vergrößernNiederschlagsmengen der letzten 24 StundenGrafik © ZAMG

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Grafik © APA

Grafik vergrößernVerheerende Murenabgänge in der SteiermarkGrafik © APA

Spendenaufruf

Die verheerenden Murenabgänge in der Obersteiermark bedrohen die Existenz vieler Menschen. Unter dem Motto "Unsere Gemeinden – unsere Hilfe" bittet die Volkshilfe um Spenden: BAWAG/PSK BLZ 14000 Kontonummer: 86210 064 984



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Bild vergrößernBilder vom ThörlbachFoto © KLZ | Jürgen Fuchs

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