"Eine Liste des Kahlschlags"
Mit 9. September werden die steirischen Postbuslinien um rund 600.000 Kilometer gekürzt. Nun stehen die Details fest. Ärger bei Pendlervertretern.
Es ist eine Liste des Kahlschlags, eine Attacke auf die Bürgerinnen und Bürger der Steiermark", ärgert sich Gewerkschafter Franz Gosch, Obmann der Pendlerinitiative. "Es ist ein schonender Eingriff bei Doppelgleisigkeiten, bei Randzeiten und an Wochenenden", verteidigt Helmut Starzer, Postbus-Regionalmanager in der Steiermark.
Tatsache ist: Die Postbus AG reduziert ihr Angebot weiter. Schon im Vorjahr wurden landesweit 250.000 Kilometer gekürzt, mit Schulbeginn im September folgen weitere 600.000 Kilometer (die Kleine Zeitung berichtete). Das sind rund vier Prozent des Gesamtangebotes.
Nun sind die Änderungen und Einsparungen auch auf der Homepage des Verkehrsverbundes (www.verbundlinie.at) ersichtlich - und es trifft dabei die gesamte Steiermark, von Fürstenfeld bis Grundlsee. In der Region sind vor allem die Kurse von Bruck über Kindberg und die Stanz nach Birkfeld betroffen, ebenso die Kurse von Bruck über den Utschgraben nach Leoben. Eingestellt werden vier Kurse von Bruck nach St. Erhard, und schließlich gibt es auch massive Verschlechterungen auf den Kursen zwischen Kindberg und dem Semmering.
"Wir haben jeden Kurs geprüft, haben uns die Fahrgastzahlen genau angeschaut", erklärt Starzer. Mit Ausschlag gebend für die Kürzungen seien ein Schülerrückgang und extrem hohe Treibstoffkosten. Laut ÖBB-Pressesprecher Christoph Posch seien "einige unwirtschaftliche Kurse" durch das Land nicht mehr bestellt worden. Weitere Einsparungen, etwa mit Jahresende, seien aus derzeitiger Sicht ausgeschlossen. Gosch aber fürchtet weitere Kürzungen. "Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird man uns wohl ein weiteres Ei legen." Er fordert nun einen Schulterschluss von Pendlerinitiative, Gewerkschaft, Schüler- und Elternvertretern.
Höhere Tarife
Gosch ärgert sich aber auch darüber, dass mit 1. Juli die Tarife bei Bahn und Bus um bis zu acht Prozent angehoben wurden. "Für ein zusammengekürztes Angebot dürfen die Menschen mehr bezahlen." Und er spricht sich vehement gegen eine Umweltzone in Graz, die auch Pendler aus der Region betreffen würde, aus.












