Bruck, Graz: "Großstadtvirus" im Steirerland
Neues großes Graz: GU-Ortschefs sind strikt dagegen, Bürgermeister Nagl sieht "finanzielle Vorteile". Auch andere Ballungszentren wälzen Pläne.

Foto © KANIZAJ Baustelle Gemeinden: Graz-Chef Nagl muss mit heftigem Widerstand der Umland- Bürgermeister rechnen
Das Land lädt Graz und Nachbargemeinden im Herbst zu Fusionsgesprächen: Nachdem die Kleine Zeitung diesen Plan enthüllt hat, musste Bürgermeister Siegfried Nagl aus der Deckung gehen. Tenor: Ein größeres Graz hätte finanzielle Vorteile (wie ein größeres Stück vom Steuerkuchen des Bundes). "Von mir kommt kein striktes Nein", freut sich Nagl auf Gespräche über "sinnvolle Reformen". Nagls Motto: "An den Tisch!" Graz werde sich gut vorbereiten. Für eine Bürgerbefragung zu Eingemeindungen sei es aber noch zu früh. Zumal der Bürgermeister als Vorsitzender der Region "Steirischer Zentralraum" (Graz, GU und Voitsberg) auch gut damit leben könnte, "nur" die Kooperation untereinander zu vertiefen.
"Kooperationen sind für das Land kein Thema", seufzt Peter Gspaltl. Der Grambacher Ortschef (SP) würde wie seine Amtskollegen im Süden auch, die Zusammenarbeit verstärken: "Ein Mehrzweckverband ist eine Variante." Aber das Land habe andere Pläne: "Wir gehen nur unter Protest zu dem Gespräch", meint Gspaltl. Und: "Das wir zu Graz gehen, kommt nicht infrage." Skeptisch ist auch Karl Zimmermann, Ortschef von Stattegg. "Wir kooperieren längst mit Graz, etwa beim Abwasser. Vorteile einer Eingemeindung erkenne ich aber nicht."
Ridi Steibl, die im ÖVP-Auftrag Fusionsgespräche begleitet, sieht "in Gesprächen und einer Analyse nichts Negatives." Es sei anderen Gemeinden gegenüber nur fair, dass nun auch Graz und Umland miteinander reden.
Nur Fakten sind noch Mangelware, beklagen andere Fraktionen. Karl Dreiseibner (Grüne) und Martina Schröck (SPÖ) fordern, dass die enger Parteien eingebunden werden. Am Ende muss "es eine verbindliche Volksabstimmung geben", betonten Elke Kahr (KPÖ) und Peter Samt (FPÖ) gleichermaßen.
Dass alles möglich ist, weiß Stadträtin Schröck. Sie stammt aus Kapfenberg stammt und verfolgt nun mit Spannung in Graz die Fusionsgespräche mit Bruck. Der "Großstadtvirus" ist ebenso im Westen bekannt, bloß haben sich Köflach, Bärnbach, Voitsberg und Nachbarn bisher nicht einigen können. Und im Aichfeld werden von Judenburg bis Knittelfeld unterschiedliche Varianten eines gemeinsamen Ballungszentrums heftig diskutiert.













