Betrunken am Steuer? Flugverbot für Polizei-Piloten
Leiter der Polizei-Flugeinsatzstelle Graz wurde nach einem Wirbel mit Kollegen vorübergehend festgenommen, danach von seiner Funktion abgezogen. Bis auf Weiteres hat er Flugverbot und muss in Wien Innendienst verrichten. Ermittlungen laufen.

Foto © Karl Schwarz Von seiner Funktion abgezogen: der Dienststellenleiter der Polizei-Flugeinsatzstelle Graz
Der Vorfall, der den Leiter der Polizei-Flugeinsatzstelle Graz möglicherweise seinen Chefposten kostet, ereignete sich bereits vor einer Woche. Damals wurde in Tragöss der Abschied eines Flugbeobachters gefeiert. Feucht fröhlich soll es dabei zugegangen sein, bis in die Morgenstunden, wissen Kollegen zu berichten. Mit von der Partie war der Leiter der Grazer Flugeinsatzstelle. Als er sich am nächsten Morgen ans Steuer seines Wagens setzte, sollen ihm Kollegen sogar geraten haben, nicht wegzufahren.
Alkotest verweigert
Der Betroffene fuhr los, Richtung Bruck, in Schlangenlinie. Ein Autofahrer alarmierte die Polizei. Eine Sektorstreife stoppte den Piloten wenig später. Dabei kam es laut Polizeiprotokoll zu einem gewaltigen Wirbel. Der Betroffene verweigerte den Alkotest - und er soll seine Kollegen beschimpft haben. "Wie ein Irrer hat er sich aufgeführt", behauptet ein Insider. Die Polizisten forderten jedenfalls Verstärkung an.
Der Betroffene wurde vorübergehend festgenommen und zur Polizeiinspektion Bruck gebracht, nach der Amtshandlung aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Danach soll er Freunde bei der Polizei angerufen und sie um Hilfe gebeten haben. Weil sie angeblich abgelehnt hatten, meldete er sich bei einem Kollegen und kündigte seinen Selbstmord an. Nach einer Handypeilung wurde er schließlich in Frohnleiten aufgegriffen und nach Hause gebracht. Amtsarzt soll keiner angefordert worden sein.
Der Leiter der Flugeinsatzstelle schildert den Vorfall aus seiner Sicht: Er habe den Alkotest verweigert, das Auto abgestellt und die Schlüssel den Polizisten übergeben. "Die Amtshandlung war nach drei Minuten beendet", erklärt er der Kleinen Zeitung. "Danach bin ich Richtung Bahnhof gegangen." Aber plötzlich seien zwei Streifen aufgetaucht. "Ich wurde festgenommen, warum, das weiß ich nicht." Später, nach seiner Freilassung, sei er mit dem Zug nach Frohnleiten gefahren. Interveniert habe er bei niemandem. Den Anruf bei seinem Kollegen gibt er zu, doch von einem angekündigten Selbstmord könne keine Rede sein.
Innendienst
Wie auch immer: Das Innenministerium hat ihn von seiner Funktion als Dienststellenleiter abgezogen und Ermittlungen eingeleitet. Bis auf Weiteres hat er Flugverbot und muss in Wien Innendienst verrichten. Pressesprecher Karl Heinz Grundböck: "In solchen Fällen kennen wír keine Kompromisse."













