Diese Holländer fliegen wirklich
Die Dutch Open im Drachenfliegen finden im Raum Aflenz statt. Exoten? Ganz im Gegenteil.
DRACHENFLIEGEN. Karl Hierzenhofer hat die Holländer unterschätzt. In jeder Hinsicht. Der Obmann des Drachenfliegerclubs Aflenz Land - Kapfenberg hat nicht damit gerechnet, dass zu den Dutch Open im Drachenfliegen 43 Piloten anreisen. Er hat nicht damit gerechnet, dass auch das türkische Nationalteam auf die Veranstaltung aufmerksam wird, sowie Piloten aus der Ukraine, Slowenien und Italien. Und er hat vor allem nicht mit der Professionalität der Piloten aus den Niederlanden gerechnet.
"Die haben alle sehr viel Erfahrung in den Bergen, von denen können wir noch was lernen", sagt Hierzenhofer. Und das, obwohl sie keine Berge vor der Haustüre haben. "Sie sind aber viel unterwegs und tragen auch die Dutch Open jedes Jahr im Ausland aus." Slowenien war es 2011 und der WM-Ort Montecuccolo in Italien 2010.
Auf die Schießlingalm in Alfenz-Land sind sie durch Zufall gekommen. "Beim Sommerurlaub haben uns ein paar Piloten gefragt, ob sie nicht bei uns die Dutch Open 2012 austragen können", erzählt Hierzenhofer. Erst nach und nach habe er die Dimension dieser Veranstaltung erfasst. "Nach WM und EM sind die Dutch Open die wichtigste Drachenflug-Veranstaltung".
Seit dem Wochenende sind die "fliegenden Holländer" im Land, bis zum Wochenende bleiben sie noch und bringen hoffentlich ihre Wertungsflüge über 30 Kilometer nach Turnau noch durch. "Bislang hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht."
Bleibt die Frage, wie Flachländer zum Drachenfliegen kommen. Auch dafür hat Hierzenhofer eine Erklärung. Die Holländer lassen sich mit Ultraleicht-Flugzeugen hochschleppen. "Eigentlich machen das alle Europäer so. Die Deutschen sogar schon seit 1978. Nur wir Österreicher starten ausschließlich vom Berg." KLAUS MOLIDOR
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