Ehrliche Musik statt Rekordsucht
Kapfenberg ist heuer Austragungsort des Josef-Peyer-Wettbewerbs für Volksmusik. Dabei steht nicht die Virtuosität im Mittelpunkt, sondern das authentische Musizieren.

Foto © PrivatVor zwei Jahren waren die Musikschüler aus Kapfenberg beim Josef-Peyer-Wettbewerb sehr erfolgreich
Schneller, höher, stärker - was für den Sport gut sein mag, ist in der Musik noch lange nicht das beste. Gerade im Bereich der Volksmusik gibt es fragwürdige Wettbewerbe, wo der schnellste Spieler oder der längste Jodler mediale Aufmerksamkeit erreichen. "Wir stellen ganz bewusst die Virtuosität nicht in den Vordergrund", sagt Harald Trippl, Mitorganisator des Josef-Peyer-Wettbewerbs und Lehrer für Volksmusikinstrumente an der Musikschule Kapfenberg. Vielmehr sei das authentische Musizieren gefragt.
Der Josef-Peyer-Wettbewerb ist einer der größten Musikwettbewerbe in der Steiermark. "Der Bewerb ist quasi ein Parallelstück zu Prima la Musica", erklärt Musikschuldirektor Helmut Traxler, der sich darüber freut, dass seine Musikschule als Mitveranstalter auftritt. Seit 1998 findet der Wettstreit der Volksmusiker alle zwei Jahre statt, 2010 war Deutschlandsberg der Austragungsort, 2014 wird in Rottenmann musiziert, und heuer ist die Böhlerstadt an der Reihe. 330 Teilnehmer aus ganz Österreich haben sich angemeldet, davon 178 für Steirische Harmonika und 46 Volksmusikensembles. Die Musikschule Kapfenberg ist immerhin mit acht Ensembles und 14 Solisten vertreten. "Die Teilnahme an einem solchen Wettbewerb ist wesentlich für die Motivation der Schüler", freut sich Trippl über die rege Beteiligung seiner Klasse.
Namensgeber
Der Wettbewerb ist nach dem 1994 verstorbenen Musiker und Musikpädagogen Josef Peyer benannt. Peyer war Direktor der Musikschule Stainz und Lehrer für Steirische Harmonika am Landeskonservatorium in Graz. Zu seinen herausragenden Verdiensten gehören ein Lehrwerk für sein Instrument und die Etablierung der Studienrichtung "Lehrer für Volksmusikinstrumente" am Johann-Joseph-Fux-Konservatorium des Landes Steiermark in Graz im Jahr 1992.
Insgesamt 27 Juroren werden über die Leistungen der Jungmusiker, die in fünf (Steirische Harmonika) beziehungsweise drei (Ensembles) Altersgruppen antreten, entscheiden. Die Jurymitglieder sind Musikschullehrer aus dem Volksmusikbereich sowie bekannte praktizierende Volksmusiker wie der weithin bekannte Max Rosenzopf. Der Wettbewerb findet am Sonntag, dem 20. Mai, von 9 bis 14 Uhr an der Hauptschule und Volksschule Kapfenberg-Schirmitzbühel statt, das abschließende Preisträgerkonzert beginnt um 16 Uhr in der Walfersamhalle. "Es werden etwa 1000 Besucher beim Konzert erwartet", freuen sich die Kapfenberger Organisatoren. Der Wettbewerb ist öffentlich zugänglich, der Eintritt beim Schlusskonzert ist frei.














