In Feldbach brodelt jetzt ein Vulkan
Der Kunstname "Vulkanland" für die fusionierten Bezirke Feldbach und Radkersburg sorgt dort für Empörung. Unmut auch in Fürstenfeld und Mürzzuschlag.

Foto © Helmut SteinerDa war die Feldbacher Welt noch in Ordnung: Bürgermeister Deutschmann (links) und Vulkanlandobmann Ober (rechts)
Die Freude über den neuen Namen "Vulkanland" für die Bezirke Feldbach und Radkersburg, den diese ab 1. Jänner 2013 tragen sollen, hält sich in engen Grenzen. Die Kommentare auf der Straße und in Internetforen reichen von "Schwachsinn" über "Unfug" bis hin zur Kritik an dem seit zwölf Jahren bestehenden Regionalverband Steirisches Vulkanland, der dieser Region nur bescheidene Fortschritte beschert habe. Die Befürworter berufen sich unter anderem auf die geologische Vergangenheit, von der heute noch zahlreiche erloschene Vulkane zeugten.
Verärgert über den Alleingang der beiden ÖVP-Landtagsabgeordneten und Vulkanlandobleute Josef Ober und Anton Gangl sind die regionalen SPÖ-Mandatare. "Uns ist die Identität gestohlen worden. Das Vulkanland ist ein Kunstname, keine geografische Bezeichnung", kritisiert der Feldbacher Bürgermeister Kurt Deutschmann ebenso wie der Landtagsabgeordnete Franz Schleich, nicht in die Namensfindung eingebunden gewesen zu sein. Beide fragen: "Warum bekommen wir nicht wie die anderen Bezirke einen Doppelnamen, nämlich Feldbach-Radkersburg?"
Gegen die Bevölkerung
Schleich und auch sein Radkersburger Kollege Martin Weber werfen Gangl und Ober vor, dass sie den "Verkauf" der Bezirksbezeichnung gegen den Willen der Bevölkerung zu verantworten hätten. Für Vulkanlandobmann Ober zählt hingegen eine Umfrage aus dem Jahr 2008, in der sich 95 Prozent der Befragten für "die offizielle Regionsbezeichnung Vulkanland" ausgesprochen hätten.
Im Bezirk Fürstenfeld, der ab 2013 mit Hartberg zusammengelegt werden soll, herrscht Unmut darüber, dass ein Bezirk, der sich wirtschaftlich, sozial und kulturell so gut wie kaum ein anderer entwickelt habe, nun ausradiert werde. Vor allem aber hagelt es Kritik an der mangelnden Informationspolitik des Landes.
Was die Bezirke Mürzzuschlag und Bruck angeht, so sind diese zweigeteilt: In Mürzzuschlag sind die Menschen skeptischer oder zumindest nachdenklicher als in Bruck. "Als Mürzzuschlagerin denkt man schon nach", meinte gestern etwa eine Dame, die in Mürzzuschlag daheim ist und in Kindberg arbeitet. Denn die Mürzer sind gebrannte Kinder und fürchten, dass mit der BH (über-)lebensnotwendige Infrastruktur verschwindet. Eine Bruckerin hingegen freute sich, dass es durch die Fusion "mehr Gemeinsamkeit in den Bezirken" geben werde. Die einen sehen ein, dass gespart werden muss, die anderen glauben nicht daran.














