Gleiches Recht
Dass Böhler Edelstahl flexiblere Modelle der Bildungskarenz wünscht, ist nachvollziehbar. Das jetzige Modell mit mindestens zwanzig Wochenstunden an Bildung ist für einen Schichtbetrieb einfach nicht machbar. Außerdem ist es vermutlich nicht allzu schwierig, ein Modell zu finden, das so flexibel ist, wie man sich das bei Böhler wünscht.
Böhler ist ja nicht die einzige Firma, die auf diese Art das Unausweichliche mit dem Nützlichen verbinden möchte. Die Bildungskarenz wird vom Arbeitsmarktservice finanziert, und es ist bekannt, dass auch andere Industriebetriebe solche flexible Modelle wünschen.
Aber wenn man der Industrie auf diese Art entgegen kommt, wird die Politik auch vor Gewerbe und Handwerk nicht Halt machen können. Schließlich leidet derzeit nicht nur die Industrie unter Auftragsmangel. Und wenn es nun schon einmal so ist, dass Kleine und Große gleichermaßen unter der Krise leiden, sollten sie vom Gesetzgeber auch gleich behandelt werden.
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