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Alle unter einem Dach
Viele Gemeinden sind auf der Suche nach Möglichkeiten, um Kosten zu sparen. St. Katharein an der Laming zeigt vor, wie sich kleinere Schulen mit intelligenten Lösungen halten und Gemeinden profitieren können.

Foto © DIGIGIGDoris Schutting leitet Volks- und Hauptschule in St. Katharein: Für die Schüler ist der Übergang fließend
Die Auflösung der örtlichen Schule ist das Schreckgespenst für jeden Bürgermeister. Schule bedeutet einen Teil der Identität, und diese Identität fürchtet man mit dem Verlust der Schule zu verlieren, dem oft der Verlust der Post, des Nahversorgers und des Bahnhofs vorangegangen sind.
Auf der Suche nach kreativen Möglichkeiten, Synergieeffekte zu heben und Kosten zu sparen, ging man in St. Katharein an der Laming einen ungewöhnlichen Weg. Volksschule und Hauptschule wurden zusammengelegt, trotz aller bürokratischen Hürden. Heute pilgern immer mehr Amtskollegen von Bürgermeister Hubert Zinner in das Tal zum Grünen See, um vom Pilotprojekt zu lernen.
Zwei halb leere Gebäude
Zwei kleine Volksschulen im Tal - eine in St. Katharein, eine in Tragöss, und eine gemeinsame Hauptschule in St. Katharein. Das war die Ausgangslage. Als die Direktorin der Volksschule in St. Katharein vor zwei Jahren in Pension ging, begann man die Situation neu zu denken. Zwei Gebäude im Ort, beide halb leer und mit hohen Kosten verbunden - das ging dem Bürgermeister gegen den Strich. Er fasste einen Entschluss, versicherte sich der Unterstützung im Landesschulrat und nahm den Kampf gegen Windmühlen, sprich die Schulbürokratie, auf.
Heute sind beide Schulen unter einem Dach und unter einer Führung. Ins andere Gebäude zogen Musikschule und Pfarramt ein - auch hier wurden Barrieren in den Köpfen überwunden. Der Veranstaltungssaal ist Begegnungszentrum. Das verwaiste Pfarrhaus wird vermutlich zu weiteren Wohnungen umgebaut.
Bürgermeister Zinner und Amtsleiter Oliver Riegel sparen sich 50.000 Euro pro Jahr, die Hälfte der Kosten von früher. Auch die Pfarre spart - die Miete im neuen Haus kommt billiger als das alte Domizil, und die Infrastruktur ist besser.
Das Land spart vorerst nicht viel, aber Schule und Bevölkerung profitieren. Schulleiterin Doris Schutting: "Es gibt jetzt ein Schulzentrum, mit Volksschule, Hauptschule und Hort. Für die Familien ist das ideal, alle Kinder sind unter einem Dach."
Und auch die Lehrer profitieren. Im gemeinsamen Konferenzzimmer tauscht man sich aus, der Übergang von der Volks- in die Hauptschule ist fließend. Schwachstellen bei Schülern werden frühzeitig erkannt und kommuniziert, Feste werden gemeinsam gefeiert, Projekte schulübergreifend realisiert.
Der Skepsis ist die Einsicht gewichen, dass das neue Modell für alle Vorteile bringt. Landesschulrats-Vizepräsidentin Elisabeth Meixner empfiehlt es guten Gewissens weiter: "Eine intelligente Lösung, die noch dazu die Nahtstelle zwischen Volks- und Hauptschule optimal schließt."




