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Zuletzt aktualisiert: 18.02.2010 um 19:48 UhrKommentare

Der Pfarrer zieht zum Bürgermeister

In St. Katharein an der Laming wird derzeit viel gesiedelt. Nachdem die Volksschule in die Hauptschule umsiedelte, ziehen Gemeinde und Pfarre in die frühere Volksschule - und auch die Post soll folgen.

St. Katharein an der Laming ist eine Gemeinde mit schrumpfender Bevölkerung. Um die vorhandene Infrastruktur auch bei den derzeitig rund 1000 Einwohnern erhalten zu können, ist eisernes Sparen angesagt.

Durch die rückläufige Bevölkerungszahl waren sowohl Volksschule als auch Hauptschule längst nicht mehr ausgelastet. Deshalb wurde im Vorjahr - nach langen Verhandlungen mit den betroffenen Lehrkörpern und dem Landesschulrat - die Volksschule in die Hauptschule umgesiedelt, und zwar unter einer gemeinsamen Direktion.

Man hat damals auch schon die Nachnutzung für das Volksschulgebäude geplant, das mitten im Ort liegt und gut in Schuss ist: "Schon demnächst übersiedelt das Gemeindeamt in die frühere Volksschule", erzählt Bürgermeister Hubert Zinner.

Und noch jemand zieht in dieses Gebäude: Die Pfarre wird ebenfalls dorthin übersiedeln. Schließlich ist das stattliche Pfarrhaus längst zu groß, denn der neue Pfarrer wohnt in Bruck und die Erhaltung des Gebäudes käme einfach zu teuer. Zinner: "Die Pfarre hat einen etwa 50 Quadratmeter großen Saal für Veranstaltungen, ein Besprechungszimmer und ein Büro gemietet und wird, wie wir selber, Anfang März einziehen."

Gemeindebibliothek

Das ist aber noch nicht alles. Auch die Gemeindebibliothek wird in die Ex-Volksschule gehen, und im Frühjahr könnte auch noch die Post dazukommen. "Es hat sich niemand als Postpartner gemeldet, und bevor wir die Post aufgeben, nehmen wir sie eben in die Gemeinde", meint der Bürgermeister, der die Umbaukosten für die Volksschule mit 200.000 Euro beziffert. "Aber allein durch die Zusammenlegung der beiden Schulen sparen wir 40.000 Euro im Jahr."

Dazu sollen noch Mieteinnahmen kommen, ins Gemeindeamt kommen nämlich zwei Wohnungen. Dort ist nicht viel umzubauen, weil das schon früher ein Wohnhaus war. Und die Diözese, Eigentümerin des Pfarrhauses, will ebenfalls Wohnungen errichten, allerdings war zuletzt noch nicht entschieden, ob für betreutes Wohnen oder für den freien Wohnungsmarkt.

Aber braucht eine Gemeinde mit schrumpfender Einwohnerzahl neue Wohnungen? Zinner: "Auf alle Fälle. Derzeit wird ein Haus für sechs Wohnungen gebaut, dafür gibt's schon 14 Anfragen. Und betreutes Wohnen wäre ebenfalls sehr gefragt."

FRANZ POTOTSCHNIG

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