Mit Axt auf Nachbarn eingeschlagen
Bei einer Massenschlägerei mit bis zu 15 Beteiligten in Kapfenberg wurden in der Nacht auf Mittwoch drei Männer zum Teil schwer verletzt. Beteiligte schlugen und stachen mit Hacke und Messer aufeinander ein.

Foto © KLZ Koscher
Blutspuren auf dem vereisten Boden zeugten noch am Donnerstag von der brutalen Auseinandersetzung zwischen Nachbarn vor einem Haus in der Gustav-Kramer-Straße in Kapfenberg-Diemlach. "Es war ein echtes Chaos", sagt Prek Markaj, der bei der Rauferei mit Axt- und Messereinsatz leicht verletzt wurde. "Immer wieder gibt es hier Probleme", weiß der 43-Jährige, der als Hausverwalter für das gegenüberliegende Hochhaus tätig ist. Am Mittwoch sollen spielende Kinder aus diesem Komplex der Auslöser für den blutigen Streit gewesen sein.
Gegen 22 Uhr waren die drei Kosovaren, die sich im Erdgeschoss von Markajs Zweifamilienhaus eingemietet haben, nach Hause gekommen. Als sie zu Bett gehen wollten, fühlten sie sich aber von drei tschetschenischen Buben aus dem Hochhaus gestört, die auf Markajs Grundstück spielten. "Die Kinder haben mehrmals einen Ball gegen die Hausmauer geworfen", sagt Joachim Huber, Pressesprecher des Landespolizeikommandos. Deswegen wurden die Kinder von den Kosovaren zurechtgewiesen.
Kurz darauf standen die Väter der Buben vor dem Zweifamilienhaus, ein wilder Streit entbrannte. Sowohl Markaj als auch Beteiligte aus dem Hochhaus setzten gegen 22.43 Uhr einen Notruf bei der Polizei Kapfenberg ab. "Bevor die Polizisten eingetroffen sind, hat mir ein Tschetschene aus dem Nachbarhaus noch gedroht, sie würden wiederkommen, wenn die Polizei weg ist", erinnert sich Markaj. So kam es dann auch. Kaum war der Streifenwagen verschwunden, sollen rund 15 Personen über den Zaun gestürmt und auf Markaj und seine drei Mieter losgegangen sein.
Zwei Schwerverletzte
"Ich wollte noch mit ihnen reden, da hab ich schon einen Schlag von hinten bekommen." Während einige bereits mit Butterflymesser oder Schraubenzieher bewaffnet waren, entwendete ein anderer eine Axt aus Markajs Keller, die später blutverschmiert sichergestellt wurde. Sogar ein Dreirad wurde zerstört und das Radio aus dem Mazda 626 des Obersteirers herausgerissen und durch die Luft geschleudert. "Ich hatte echt Angst um meine vier Kinder", so der Hausverwalter.
Alle verfügbaren Streifen mit zwölf Beamten samt Polizeihund waren vonnöten, um die Schläger zu trennen. Seither liegen ein 23-jähriger und ein 40-jähriger Kosovare mit schweren Kopfverletzungen im Spital. Die beiden Männer und vier Tschetschenen wurden auf freiem Fuß angezeigt.







