"Datenschutz im Netz gibt es nicht"
Laut dem Internet-Experten Klaus Strassegger aus der Breitenau geht man viel zu sorglos mit dem Internet um. Er informiert Schulen, Firmen und Private über Gefahren im weltweiten Netz.

Foto © PototschnigInternet-Experte Klaus Strassegger, AK-Vizepräsident Franz Gosch und der Brucker ÖAAB-Bezirksobmann Helmut Krivec (von links)
Bereits 75 Prozent der österreichischen Haushalte verfügen über Internet. Mit einem Klick ist man im weltweiten Netz, kann Informationen abrufen, Spiele herunterladen, mit Freunden reden, Geld überweisen und Vieles andere erledigen.
So schön das sein mag, das Internet birgt auch viele Gefahren, wie Franz Gosch, Vizepräsident der steirischen Arbeiterkammer und Landesvorsitzender der Christgewerkschafter, gestern bei einem Pressegespräch in Bruck sagte: "70 Prozent aller Erwachsenen wurden schon Opfer von Internet-Kriminalität. Weltweit verursachen Internetbetrüger einen Schaden von vielen Milliarden Euro im Jahr. In Österreich gab es im Vorjahr 4450 Anzeigen wegen Internetbetrugs."
Der Brucker ÖAAB-Bezirksobmann Helmut Krivec ergänzte: "Es ist nicht nur die Kriminalität, es ist auch die unbedachte Preisgabe von Daten. Viele wissen gar nicht, dass sie ihren Job aufs Spiel setzen, wenn sie in ihrer Firma das Internet unbedacht nutzen oder auf sozialen Netzwerken in einer Art aufscheinen, die nicht mit ihrer Arbeit vereinbar ist."
Bewusst damit umgehen
Die Kernfrage ist also, wie man das Internet nutzt und trotzdem das Risiko so gering wie möglich hält. Dafür haben die Christgewerkschafter einen Experten der "Akademie für Wissensmanagement" beigezogen: Klaus Strassegger aus der Breitenau leitet die Brucker "Fachstelle für Medienkompetenz". Er informiert Schüler, Eltern und Lehrer ebenso wie Firmenchefs und deren Mitarbeiter über die Gefahren der zunehmenden Vernetzung.
Laut Strassegger ist es mit der Datensicherheit im Internet nicht weit her: "Eins muss einem stets bewusst sein: Einen Datenschutz gibt es im Internet nicht. Deshalb sollte man sich immer überlegen, was man preisgibt."
Wer etwa zum Spaß das Foto eines Freundes auf Facebook stellt, auf dem der Freund gerade eine Bierflasche ansetzt, sollte wissen, dass dieses Foto auch noch in 20 Jahren abgerufen werden kann. Eine andere Gefahr sind die sozialen Netzwerke im Internet, wo besonders Kinder und Jugendliche oft allzu leichtsinnig Bilder oder Telefonnummern preisgeben.
Die Vernetzung von persönlichen Daten wird immer professioneller, sagt Strassegger: "Und trotzdem gehen nicht nur Privatpersonen, sondern auch Firmen viel zu sorglos mit ihren Daten um." Wer sich zum Beispiel Arbeit via Computer mit nach Hause nimmt, öffnet womöglich mit seinem Heimcomputer Hackern einen Zugang zum Firmencomputer. Und auch Bankdaten sind laut Strassegger längst nicht so sicher, wie viele glauben.
Strassegger hält nächsten Donnerstag, dem 10. November, um 19 Uhr im Pfarrsaal St. Oswald in Kapfenberg einen Vortrag zum Thema "Chancen und Gefahren von Internet und Handy". Der Eintritt ist kostenlos.







