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Zuletzt aktualisiert: 10.06.2011 um 20:16 UhrKommentare

Der Glockner ist gefallen

Der Kapfenberger Werner Boberger hat die Großglockner-Hochalpenstraße mit dem Fahrrad bezwungen - als Schlaganfallpatient.

Patschnass, zitternd vor Kälte und völlig erschöpft - aber hochzufrieden und glücklich: Das war Werner Boberger am 5. Juni um 12:41 Uhr. Der Kapfenberger, der vor 15 Jahren einen schweren Schlaganfall erlitten hatte und sich wochenlang nicht mehr bewegen konnte, hat mit seinem Spezialfahrrad die Großglockner-Hochalpenstraße bezwungen - als offizieller Teilnehmer des Radrennens "Glocknerkönig".

Dabei stand der Start unter keinem guten Stern, gab doch Bobergers Auto vor der Abreise den Geist auf. So musste improvisiert und umorganisiert werden, aber pünktlich um 7.40 Uhr nahm Boberger bei der Mautstation Ferleiten die Strecke in Angriff.

Bei herrlichem Wetter ging's los. "Am Anfang tat ich mir schwer, mein Tempo zu finden", erzählt Boberger. Doch nicht zuletzt durch die aufmunternden Worte seines Freundes Heinz Käfer, der ihn zu Fuß begleitete und betreute, kam Boberger immer besser in Tritt. Nach viereinhalb Stunden, quasi auf der letzten Etappe, verdunkelte sich schließlich der Himmel, Wind kam auf, es begann zu regnen und wurde eiskalt. Das Radfahren fiel Boberger immer schwerer. "Aber ich kann doch nicht so knapp vor dem Ziel aufgeben", sagte er sich und fuhr weiter - obwohl er fast nichts mehr sehen konnte, weil seine Brille vom Regen ganz nass war.

Dann schließlich, nach exakt fünf Stunden und einer Minute Fahrt, erreichte Boberger das Ziel. Nur noch Käfer, Bobergers Bruder Arno, sein Sponsor Peter Wanek-Pusset und Mitarbeiter des Grünen Kreuzes waren da. Alle anderen Teilnehmer waren schon längst wieder im Tal.

Das aber tat Bobergers Freude keinen Abbruch: "Leider bin ich aufgrund meiner Zeit nicht in die Wertung gekommen, aber das war mir nicht wichtig. Wichtig ist, dass ich das, was ich mir vorgenommen hatte, auch geschafft habe." ULF TOMASCHEK


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