Zu Unrecht ein Stiefkind
Die "ZitherDrei" aus Kapfenberg zeigen, wie vielseitig die Zither ist.

Foto © PrivatHarald Trippl mit Lisa Kreimer (rechts) und Edina Troppacher
Schon lange bemüht sich der Kapfenberger Musikschullehrer Harald Trippl, Schüler für das Zitherspiel zu interessieren. "Die Zither führt nämlich ein Randdasein, weil sie schwierig zu erlernen ist. Dabei ist sie so ein tolles Instrument mit sehr schönem Klang", sagt der Musikschullehrer aus Passion. Und er verweist auf den Kapfenberger "Zithermeister" Walter Pintoffl, der dem Instrument zu viel Ansehen verhalf.
Trippl hat mit mit Lisa Kreimer und Edina Troppacher begeisterte Zitherspielerinnen gefunden, mit denen er seit 2009 musiziert. Unter dem Namen "ZitherDrei" hat das Terzett in der Adventzeit stets Hochsaison. "Die Mädchen haben sich ganz von selber für dieses wunderbare Instrument entschieden und spielen es nun schon seit fünf Jahren", zeigt sich Trippl begeistert.
Das Instrument ist laut Trippl sehr vielseitig, man kann es bei jeder Art von Musik einsetzen. Ob Jazz, Klassik, Barock oder neue Musik, überall ist die Zither am richtigen Platz. Die Art des dreistimmigen Zitherspiels in der Alpenländischen Volksmusik kommt aus dem bayrischen Raum. "In unserem Kulturkreis können die meisten Volksmusikstücke auf der Zither wiedergegeben werden", erklärt der Musiklehrer.
Dabei unterscheidet man zwischen der Wiener und der Münchner Stimmung, deren Unterschied in der Tonanordnung und Besaitung liegt. "Wir bevorzugen die Münchner", so Trippl.
Vor Jahrhunderten hat sich das Instrument aus einem Scheitholz mit einer Saite weiterentwickelt. Auch Kaiserin Sissi hat leidenschaftlich gerne auf diesem Instrument gespielt. Weltbekannt wurde es durch den Film "Der dritte Mann". Harald Trippl hofft, dass sich künftig wieder mehr junge Menschen für dieses Instrument begeistern.
DORIS GRASSBERGER







