Mehr Jobs, aber zu wenig Fachkräfte
Steiermark weist den stärksten Rückgang in der Arbeitslosigkeit unter allen Bundesländern auf. Es gibt aber ein Problem: Die Fachkräfte werden jetzt rar.

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Der Edelstahl-Konzern Böhler-Uddeholm, mit einem Werk in Kapfenberg, ist ein Beispiel unter vielen: Die Auftragslage ist gut, die Zahl der Mitarbeiter wird erhöht - aber der Konzern stellt nicht eigene Leute ein, er bedient sich der Zeitarbeiter. Die Gewerkschaft drängt darauf, die Stammmannschaft aufzustocken. Das sei "realitätsfremd", hält Böhler-Chef Claus Raidl entgegen, die Krise sei noch nicht ausgestanden.
Das Agieren Raidls und seiner Kollegen in den Managementetagen bildet sich im Arbeitsmarkt ab. Noch fehle das Vertrauen in eine kräftige Entwicklung, meint die stellvertretende Landesgeschäftsführerin im AMS Steiermark, Herta Kindermann-Wlasak. Daher zeige sich bei den Arbeitskräfteüberlassern eine hohe Nachfrage, der Bereich legte im August gegenüber 2009 um fast die Hälfte zu. Bei den Zeitarbeitern sei das Fachkräftepotenzial derzeit "sehr stark nachgefragt", bestätigt Harald Aspäck, Berufsgruppenobmann in der Wirtschaftskammer. Das gelte für alle Branchen.
Neues Problem
Daraus resultiert für die Zukunft ein Problem. Die Wirtschaft soll heuer in Österreich zwischen 1,2 und 1,5 Prozent wachsen. Fachkräfte waren in gewissen Bereichen schon vor der Krise knapp, sagt Kindermann-Wlasak, jetzt werde die Lage "virulenter". Fachkräfte fehlen praktisch an allen Ecken und Enden. Das AMS werde daher in der Qualifizierung "bedarfsgerecht" vorgehen.
In der Steiermark ging die Zahl der Arbeitslosen gegenüber August 2009 von 34.378 auf 28.735 Personen (minus 5643 oder 16,4 Prozent) zurück. In absoluten Zahlen ist das der stärkste Rückgang unter den Bundesländern. Die Beschäftigung stieg um 1,4 Prozent auf 474.000. Die bisherige Faustregel, erst bei einem Wachstum um 2,5 Prozent würden neue Mitarbeiter benötigt, hat, wie es sich zeigt, die Gültigkeit verloren.
Dass die Unternehmen gut dastehen, zeigt auch eine weitere Zahl. Im Schnitt dauert die Besetzung einer offenen Stelle derzeit nur 29 Tage gegenüber mehr als 40 Tagen vor ein paar Monaten. Auf Bundesebene sank die Arbeitslosigkeit um 15.234 (minus 5,1 Prozent) auf 281.263 Personen.







