Mehr Wissen ist der Schlüssel zum Job
Die Arbeitslosigkeit steigt vor allem in der Gruppe der beruflich gering qualifizierten Personen stark an. Das Geld für Schulungen ist knapp.

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Der steirische Arbeitsmarkt muss mit einem Dilemma fertig werden. Wenn Unternehmen Arbeitskräfte suchen, dann sind gut ausgebildete Bewerber gefragt, die sich ständig weiterbilden. Dem Großteil der arbeitslos gemeldeten Personen fehlen oft grundlegende Kenntnisse. Sie können vom AMS kaum vermittelt werden, haben häufig kurze Dienstverhältnisse und sind bald wieder auf Arbeitssuche. In der Steiermark waren im Jänner 46.512 Frauen und Männer im AMS vorgemerkt, um rund 1800 oder knapp vier Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Hälfte des Anstiegs entfällt auf Beschäftigte aus dem Ausland.
"Besonders Menschen mit Pflichtschule als höchstem Ausbildungsabschluss sind betroffen", meint AMS-Geschäftsführer Karl-Heinz Snobe. Laut den Statistiken hat jeder zweite Arbeitslose bestenfalls einen Hauptschulabschluss vorzuweisen. Schulungen könnten größeres Wissen vermitteln, aber das Budget dafür ist heuer gleich hoch wie im Vorjahr, die Zahl der Schulungen geht zurück, in der Steiermark um 900 Personen oder 9,2 Prozent auf 8935. Der Durchschnitt in Österreich liegt bei 4,2 Prozent Rückgang. "Daher steigt in der Steiermark die Arbeitslosigkeit", stellt Snobe fest.
Ein Trend, der sich seit September abzeichnet. Nur der Dezember war ein Ausreißer, "das haben das milde Wetter und die gute Beschäftigung auf dem Bau bewirkt", erklärt AMS-Sprecher Hermann Gössinger. In der Steiermark liegt die Arbeitslosenquote bei 9,1 Prozent (zuvor 8,7 Prozent), in Österreich ist sie mit 8,6 Prozent niedriger. Bundesweit sind 318.027 Personen ohne Arbeit gemeldet, plus 1,5 Prozent gegenüber dem Jänner 2011. Inklusive Schulungen steigt die Zahl auf 384.298.
Plus und Minus
Ein weiterer Grund für die steigende Arbeitslosigkeit ist das Dahinschmelzen der offenen Stellen in der Steiermark um ein Viertel von 4599 auf 3486. Zudem klettert die Arbeitslosigkeit bei den Über-50-Jährigen um gut zehn Prozent auf mehr als 9800 Personen, die Arbeitslosigkeit nimmt bei den Jugendlichen zwischen 20 und 24 Jahren ebenfalls deutlich (+ 5,7 Prozent) zu. Weniger Arbeitslose weist die Gruppe zwischen 15 und 19 Jahren auf (minus 3,5 Prozent), "das sind aber keine Lehrlinge", bemerkt Gössinger.
In den steirischen Bezirken sank die Arbeitslosigkeit in Bruck, Voitsberg und Hartberg. In Mürzzuschlag blieb die Lage gleich, alle anderen Bezirke einschließlich Graz (+6,5 Prozent) melden steigende Zahlen.
Problembereiche mit steigenden Arbeitslosenzahlen sind Handel, Zeitarbeiter, Pflegehelfer und Verkehr (Transporte, Botendienste). Gesucht werden Mitarbeiter in der Industrie, bei Finanzdienstleistern und Versicherungen wie auch bei Architekten und in Ingenieurbüros.













