Zwei Tierheime fürchten um ihre Existenz
Manche trifft es härter als andere: Betreiber kritisieren ungleiche Kürzungen der Landesförderungen und wollen klagen. Das Land verweist auf zu hohe Kosten einzelner Heime.

Foto © Sabine Hoffmann
Der Sparkurs des Landes macht auch vor den Tierheimen nicht halt. Das sorgt für Unmut und lässt zwei Betreiber Alarm schlagen - jene des Tierschutzheimes Franziskus in Rosenthal nahe Voitsberg und jene der Arche Noah in Graz. Sie fürchten um die Existenz ihrer Heime und überlegen rechtliche Schritte.
"Wir haben im Dezember erfahren, dass uns 40 Prozent unseres zugesicherten Budgets gekürzt wurden", sagt Tierarzt Günther Haider, der Obmann des Tierschutzheimes Franziskus. Haider will das nicht hinnehmen. Sein Heim hat, wie auch die Arche Noah, die neuen Verträge mit dem Land noch nicht unterschrieben. Anders als die anderen sechs steirischen Betreiber, die sich in den Sparkurs bereits gefügt haben.
Für das Tierheim Franziskus fürchtet Haider nun Schlimmes: "Solange wir den Vertrag nicht unterzeichnen, bekommen wir gar kein Geld. Ich weiß nicht, wie ich meine Mitarbeiter am Ende des Monats zahlen soll." Erst im September war der Spatenstich für einen Neubau erfolgt.
Kritik üben Betreiber wie Haider oder auch Karl Weissenbacher aus Kapfenberg (siehe Interview) an der Art, wie Landesrat Johann Seitinger (ÖVP) mit jenen 1,3 Millionen Euro umgeht, die das Land heuer für die Tierheime ausgibt. Denn die Gesamtkürzungen von 13 Prozent wurden nicht linear über die Heime verteilt. Das nach den Einsparungen vorhandene Geld wurde auf Basis der Expertise eines Wirtschaftsprüfers verteilt. Die einen müssen größere, die anderen kleinere Kürzungen hinnehmen.
Kompromissvorschlag
"Uns wurde das Budget gekürzt, wir müssen 13 Prozent unserer Kosten einsparen. Wir wollten den Kuchen gerecht aufteilen und haben die Tierheime prüfen lassen", heißt es aus Seitingers Büro. Diese Prüfung habe laut Landesrat ergeben, dass die Tierarztkosten vor allem bei zwei Heimen, darunter das Tierschutzheim Franziskus, vergleichsweise hoch seien. Da gebe es Einsparungspotenzial.
Das Land habe den Tierheimen als Kompromiss vorgeschlagen, die Förderungen selbst untereinander zu verteilen - was fehlschlug. Für Herbert Oster von der Arche Noah ist die Vorgehensweise Seitingers nicht akzeptabel: "Der Landesrat macht es sich sehr leicht. Wir haben ein Gutachten, das besagt, dass sich Seitinger nicht einfach absentieren kann. Wir werden den Rechtsweg beschreiten."
Noch mehr Ungemach fürchten Oster wie auch Haider durch den Bau eines Tierheimes in der Obersteiermark - das dann ebenfalls in den Fördertopf fällt. "Das war nicht wirklich notwendig, damit sollten wohl die vielen ÖVP-Bürgermeister dort zufriedengestellt werden", mutmaßt Oster.
"Müssen damit leben"
Während Haider und Oster kämpfen wollen, sehen andere Betreiber die Situation pragmatisch: "Natürlich würden wir mehr brauchen, aber wir müssen mit den Einsparungen leben", sagt etwa Fritz Lichtenegger, Obmann des Landestierschutzvereins. "Wir stehen nicht vor dem finanziellen Kollaps, da wir von Haus aus immer sehr sparsam kalkuliert haben", erklärt er.













