Fast ein Sachbuch über Mobbing
Der Triestiner Autor Julius Franzot las auf Einladung des Literaturkreises.
KAPFENBERG. Der deutsch-italienische Autor Julius Franzot mag hierzulande nicht gerade jedem bekannt sein, mit dem Europa-Literaturkreis Kapfenberg pflegt er jedoch seit Jahren eine rege Zusammenarbeit. Das und auch die Tatsache, dass Franzots neuestes Buch "Nicht mit mir - im Ausverkauf von Turm & Brücke" kürzlich erschienen ist, waren die Gründe, dass Franzot zu einer Lesung nach Kapfenberg eingeladen wurde.
"Nicht mit mir!" ist zwar kein autobiografischer Roman, doch in dessen Hauptfigur Egon kann man unschwer den Autor erkennen. Franzot, studierter Pharmazeut, war 17 Jahre lang in einem großen Pharmakonzern in leitender Position, bis dieser Standort aufgelassen wurde und Mitarbeiter systematisch hinausgemobbt wurden. "Streckenweise liest sich das Buch fast wie ein Sachbuch über Mobbing", meinte Hans Bäck dazu in seiner Eröffnungsrede.
Wie Mobbing überhaupt anfängt, wurde Franzot vor der Lesung gefragt "Fast so unbemerkt wie Krebs", war seine Antwort, und so wie Krebs unbehandelt todbringende Tumore bildet, entwickelt sich auch Mobbing weiter. Den Tod erleidet Egon im Roman nicht, zum Schluss geht es ihm, nachdem sein Leben auf den Kopf gestellt wurde, sogar wieder besser. CHRISTINE ROIS













