Große Vielfalt an Technik und Ideen
Keramik als Kunstform ist in Kapfenberg sehr gut etabliert. Bei der Ausstellung zur heurigen Keramik-Biennale ist eine große Vielfalt an Techniken und Konzepten zu sehen. Bis Ende November im KuZ.

Foto © Keramik-Biennale Kapfenberg
Bis ins Foyer drängten sich Künstler und Besucher bei der Eröffnung der Keramik-Biennale im Kulturzentrum Kapfenberg. Einen eindrucksvolleren Beweis, wie sehr dieser Wettbewerb von Künstlern und Publikum angenommen wird, hätte es wohl nicht geben können.
"At the moment" lautete diesmal das Biennale-Motto. Kulturstadtrat Günter Bleymaier, Bürgermeisteisterin Brigitte Schwarz und Ilse Reinprecht, Kultursprecherin des Landes, setzten sich in ihren Eröffnungsreden ausführlich mit der Vergänglichkeit der Zeit und dem künstlerischen Umgang damit auseinander.
Zu sehen sind fast 80 Werke von ebenso vielen Künstlern, die aus 40 Ländern kommen. Die Keramikkünstler fassten den Zeitbegriff sehr weit - und auch bei der Preisvergabe spielte das Thema letztendlich eher eine untergeordnete Rolle.
"Die politische, soziale und menschliche Dimension als zeitlos gültig erachtet", lautete dann die Begründung für die Vergabe des Preises des Landes Steiermark an die Slowenin Vera Stankovic und deren beeindruckende Wandskulptur von knapp 150 Figuren. "The moments when my thoughts became bloody", nennt sie selbst ihr Werk. Es geht um unterdrückte Aggressivität: Der Augenblick, in dem sie unterdrückt wird, ist vergänglich, aber sie dauert fort und stellt eine immerwährende Bedrohung dar.
Formale VielfaltDie Belgierin Ann Van Hoey bestach mit drei Schalen durch formale Klarheit und deren technische Umsetzung. Ihre Arbeit wurde mit dem Preis des Wirtschafts- und Tourismusverbandes Kapfenberg ausgezeichnet.
Der Australier Steve Davies überzeugte die Jury mit seiner poetischen Verbindung zweier Dinge, die nichts miteinander zu tun haben und dadurch eine ganz eigene Irritation erzeugen. Seine Arbeit wurde mit dem Preis der Stadt Kapfenberg ausgezeichnet.
Über einen der vier Ankaufspreise durften sich auch heimische Künstler freuen: Vier Autodidaktinnen aus Kapfenberg und Bruck hatten als "Team 3600" eine Wandinstallation eingereicht, die die Jury sofort überzeugte und die künftig in der Firma Velker zu sehen sein wird.
Insgesamt ist die sechste Biennale eine beindruckende Schau aktueller keramischer Kunst, die bis Ende November im KUZ zu sehen ist. Monika Gass, Jurymitglied und Museumsleiterin des Keramikmuseums Westerwald, stellte bei der Preisverleihung fest: "Eine neue starke Welle kreativer Keramik verschafft sich Raum und nimmt Platz in der ersten Reihe."
Abgerundet wurde der Eröffnungsabend mit den "piloten", Absolventen der Linzer Anton Bruckner Kunstuniversität, die mit Klangschalen aus Prozellan eigens für diesen Abend neue Musikstücke geschrieben hatten.














