Albtraum Home InvasionWenn die Räuber auf einmal im eigenen Haus stehen

Auch in der Steiermark häufen sich zuletzt Fälle von „Home Invasions“. Oft stellen Ermittler einen Bezug zwischen Opfer und Täter fest. Diese kommen meist aus Osteuropa.

Fünf Fälle von Home-Invasions gab es in den letzten beiden Jahren in der Steiermark (Sujet) © APA/dpa/Nicolas Armer
 

Drei Stunden in Todesangst musste diese Woche Elke S. (47) aus Haselsdorf-Tobelbad durchleben. Zwei Räuber waren in ihr Haus eingedrungen, hatten die Frau mit einer Schusswaffe bedroht und auf der Suche nach Bargeld alle Räume durchwühlt. Mit Klebeband gefesselt wurde sie zuletzt im Heizkeller eingesperrt.

Warum die Täter das von außen imposant wirkende Haus am Waldrand für ihren Coup ausgesucht hatten, beschäftigt die Ermittler noch. Ein Zusammenhang mit geschäftlichen Aktivitäten des Hausbesitzers wird nicht ausgeschlossen. Zudem hatte der Tobelbader zuvor viele Fotos von seinem Anwesen auf Facebook gepostet.

Vor zu viel Offenherzigkeit im Netz rät das Bundeskriminalamt dringend ab. „Überlegen Sie sich genau, ob es notwendig ist, Fotos von wertvollem Eigentum in sozialen Medien zu posten“, heißt es in den Präventionstipps gegen „Home Invasion“. So nennt man die Überfälle, bei dem man in den eigenen vier Wänden zum Opfer wird.

privat
So wüteten die Täter zuletzt in Tobelbad © privat

Fünf derartige Fälle gab es in der Steiermark in den letzten beiden Jahren. Zuletzt wurde Ende Jänner südlich von Leibnitz ein 69-jähriger Mann in seinem Haus mit Klebestreifen an Händen und Füßen gefesselt und im Keller eingesperrt. „Das Erste, was diese Täter machen, ist den Bewohner zu überwältigen und mundtot zu machen“, erklärt Werner Rampitsch, Chef der Raubgruppe im Landeskriminalamt, das Muster. Durch Knebeln oder Mundzuhalten sollen Hilfeschreie unterbunden werden.

Hohe Gewaltbereitschaft

Die Täter legen grundsätzlich eine hohe Gewaltbereitschaft an den Tag und halten sich oft bis zu zwei, drei Stunden im Tatobjekt auf.
Eine weitere Besonderheit: „Solche Überfälle finden bei jeder Tag- und Nachtzeit statt. Und es sind fast immer mindestens zwei Täter am Werk“, berichtet Rampitsch. Gesucht wird nach Geld und Schmuck – im Idealfall in einem Tresor. Dafür wird schon einmal das ganze Haus auf den Kopf gestellt.

"Home Invasion"

Das Delikt heißt zwar schwerer Raub, kommt es in den eigenen Wohnräumlichkeiten zum Überfall, spricht man von einer „Home Invasion“. Dabei treten die Täter meist maskiert und mit hoher Gewaltbereitschaft auf.

Ältere, alleinstehende Menschen sind bevorzugte Opfer. Die Täter kundschaften Opfer und Tatort im Vorfeld aus.

Schützen kann sich in erster
Linie durch gesundes Misstrauen gegenüber Fremden und erhöhten Einbruchsschutz.

Bei Konfrontation mit den Tätern soll man den Eindruck erwecken, dass man nicht allein ist. Jede Situation vermeiden, die zur Eskalation führen könnte.

Doch wie wählen die Räuber Opfer und Objekte für ihre „Heim-Invasionen“ eigentlich aus? Hier stellen die Ermittler oft einen Bezug der Täter zu den Opfern fest. „Sie können irgendwann einmal auf dem Grundstück zu tun gehabt oder mit einem Bewohner Kontakt gehabt haben, wenn auch schon längere Zeit zurückliegend“, erklärt Rampitsch. Auch aus diesem Grund ist die Aufklärungsquote in diesem Bereich relativ hoch. Erst vor Kurzem konnte die Polizei etwa den Überfall auf ein Pensionistenpaar (84 und 86 Jahre) in Judenburg im September klären. Zwei Polen wurden in der Folge festgenommen. Bei weiteren Fällen verfolgen die steirischen Ermittler vielversprechende Spuren.

Organisierte Kriminalität

Und auch das zeigen die geklärten Fälle: Die Täter kommen in der Regel aus Osteuropa. Von einer „organisierten, internationalen Schwerkriminalität“ sprach ein Staatsanwalt im Vorjahr bei einem Prozess gegen zwei Ukrainer in Kärnten.

Im Falle einer „Home Invasion“ rät der erfahrene Chefinspektor, auf jede Gegenwehr zu verzichten. „Das ist sinnlos und gefährlich, die Gewalt kann sich dadurch nur erhöhen.“

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Danke für Ihr Verständnis.

Sam125
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Albtraum Home Invasion

Ja so schaut es momentan aus bei uns in Österreich!
Als ich Anfang der Woche beim Einbruch und Raub in Tobelbad, darüber schrieb , dass die Kriminalität stetig steigt, seitdem unser Land die Grenzen zum Osten ganz öffnen mussten, wurde mir mit irgendwelchen fadenscheinigen, unglaubürdien Fakten, groß erklärt, dass die Kriminalität in Österreich sinken würde...........!?
Aber Tatsache ist, dass wir so viele Polizisten wie noch nie brauchen und uns nicht nur die östlichen Nachbarn das Leben schwer machen, sondern auch die vielen legal und auch illegal eingewandertern Migranten, die allerdings oft NUR WIRTSCHAFTSFLÜCHTLINGE sind und wir viele von ihnen, Dank fehlender Dokumente anscheinend nicht mehr Abschieben können!!

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H260345H
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Immerwieder wurde uns auch von der Polizei

eingeredet, dass in gerade bewohnte Häuser nicht eingebrochen würde, doch schon seit längerer Zeit ist das nicht mehr gültig.
Nun, sich nicht zu wehren wird oft angeraten, doch wenn eine Chance gegeben ist, sollte man sich sehr wohl wehren, denn einerseits kann man die Täter vielleicht der Polizei übergeben, andererseits muss man wissen, daß die Polizei diese Täter fast nie erwischt; Selbstverteidigung ist also nicht falsch, sofern sie erfolgreich zu sein scheint.

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clawjelly
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Eine Alarmanlage und/oder ein grosser Hund

ist hundertmal wirksamer.

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Sam125
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Eine Alarmanlage...

Hunde helfen da leider auch nichts mehr, denn in einigen Fällen waren Hunde sogar im Haus und beim Raub in Tobelbad wurde einer der beiden Hunden mit einem Elektroschocker " kampfunfähig" gemacht!
Die Hunde könnten einzig beim aussuchen der OBJEKTE ein
Vorteil sein, da vielleicht ein Haus auswählt wird, wo es offensichtlich keinen Hund gibt!

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pescador
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Unsinnig und gefährlich.
Wie sollen sich Pensionisten gegen zwei junge Männer wehren.

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Mein Graz
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@H260345H

Da solche Täter häufig bewaffnet sind, würde ich von Selbstverteidigung abraten. Und sollte man tatsächlich eine Waffe im Haus haben muss diese gut verwahrt sein - ist also nicht so schnell erreichbar, dass man sich damit noch wehren kann.

Kein materielles Gut ist es wert, verletzt oder getötet zu werden!

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