Kurioser FallGrazer Anwältin ist seit Monaten staatenlos

Um Österreicherin werden zu können, musste Grazer Anwältin ihre ungarische Staatsbürgerschaft abgeben. Jetzt wartet sie seit Herbst auf ihre österreichischen Dokumente - bislang vergeblich.

Weder einen österreichischen noch einen ungarischen Reisepass besitzt die Grazer Juristin seit Herbst © KLZ/Koscher
 

Seit fast 30 Jahren lebt Éva Domján in Graz, seit acht Jahren ist sie als Rechtsanwältin tätig. Jetzt ist es ihr eigener Fall, der ihr seit Monaten rechtliche Kopfschmerzen bereitet. Die Grazer Juristin ist nämlich seit Oktober des Vorjahres staatenlos, besitzt keinen Reisepass und keine Ausweispapiere mehr. Dabei wollte Domján bloß die österreichische Staatsbürgerschaft beantragen.

„Ich bin nach so vielen Jahren in Österreich mit meinem ursprünglichen Heimatland nicht mehr so stark verbunden, deshalb habe ich 2016 den Antrag gestellt, Österreicherin zu werden“, schildert die Juristin und Dolmetscherin. Von der Landesregierung als zuständiger Stelle bekam sie nach Prüfung aller Unterlagen die schriftliche Zusicherung für die österreichische Staatsbürgerschaft, wenn sie vorab binnen zwei Jahren ihre ungarische Staatsangehörigkeit zurücklege. Domján handelte sofort und beantragte in Budapest ihr Ausscheiden aus dem ungarischen Staat. „Die ungarischen Behörden haben dann meinen Reisepass und alle Ausweise eingezogen, mit der Bestätigung bin ich dann zum Land Steiermark gegangen“, schildert die Grazerin.

"Nicht einmal einen Notpass"

Das war im vergangenen Oktober. Seither geschah – nichts mehr. „Ich warte seither auf die mir zugesicherte österreichische Staatsbürgerschaft, aber ich werde immer nur vertröstet. Es heißt dauernd, dass noch nicht alles geprüft wäre oder dass noch Dokumente fehlen würden“, sagt Domján. Als Anwältin hat sie internationale Klienten, müsste berufsbedingt reisen. „Aber das geht nicht, ich bin staatenlos und habe keinen Pass, bekomme nicht einmal einen Notpass bewilligt. Ich kann deshalb meine Arbeit nicht erledigen.“ Was die Juristin ärgert: „Ich kenne Fälle, da wurde zuerst die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen und erst danach die alte zurückgelegt.“

 

Éva Domján muss sich seit Monaten gedulden Foto © kk

In der zuständigen Landesabteilung bestätigt man diesen Sachverhalt grundsätzlich. Allerdings: Sofortige Einbürgerung gibt es nur für Angehörige jener Herkunftsländer, die die Rückgabe der Staatsbürgerschaft erst akzeptieren, wenn bereits eine neue vorliegt. Auf Ungarn treffe das nicht zu, weshalb in diesem Fall zuerst die ungarische Staatsangehörigkeit zurückgelegt werden müsse, heißt es beim Land. Danach prüft die österreichische Behörde noch einmal, ob sich in der Zwischenzeit keine Ausschlussgründe für die Staatsbürgerschaft ergeben haben.

In der Regel geht das allerdings rasch und sollte keinesfalls Monate in Anspruch nehmen. Für die Verzögerung im konkreten Fall entschuldigt man sich beim Land und versichert: „Wir kümmern uns nun sofort um die Angelegenheit und nehmen mit der Dame Kontakt auf. Die Sache wird prioritär behandelt und so rasch wie möglich erledigt.“

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Danke für Ihr Verständnis.

scionescio
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Was für eine Aufregung um eine hübsche Rechtsanwältin ...

... wenn zigtausende Flüchtlinge mehr als 6 Monate auf einen Bescheid warten müssen, kratzt das niemanden - sind ja im Schnitt auch nicht überwiegend blond und weiblich sondern nur Menschen ...

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Jak39
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*nescio

Standing Ovation, wider einmal die unterste Schublade.

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weihrauch17
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Was für eine entbehrliche Wortmeldung !

So einen rotzdummen, ignoranten Kommentar hat es lang nicht gegeben.

Wieso ist die Anwältin kein Mensch ?

Da sieht man wieder wie intolerant manche Pseudo-Toleranten Mitbürger sind.

Schämen Sie sich !

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Jak39
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Entbehrlich?

Unterste Schublade !

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paulrandig
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Gibt es so etwas wie...

...Amtshaftung bei nachgewiesener Geschäftsschädigung?

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Carlo62
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Nun kommt...

...das "Amt der Steiermärkischen Langsamregierung" endlich in Fahrt.

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Elli123
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Es sind erst...

3 Monate vergangen. Wahrscheinlich hat der Beamte seine Prüftätigkeit sehr genau genommen...ungarische Rechtsanwältin hört sich sehr verdächtig an:-)

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