GerichtRaub und Discobesuch gescheitert

Nach fatalem Discoauftritt kein Geld mehr für Taxifahrt: Duo griff zu Elektroschocker und wollte zwei Frauen ausrauben.

Bedingte Strafen für Duo
Bedingte Strafen für Duo © Fotolia
 

Wenn’s laft, donn laft’s: Das galt im Februar auch für zwei junge Steirer, die über Nacht zu Straftätern wurden. Das Pärchen, beide zum Tatzeitpunkt 17 Jahre jung, war bis zum gemeinsamen „Aussetzer“ unbescholten. Oder wie es Richter Raimund Frei beschreibt:„Vorher brav, nachher brav. Dazwischen aber eine einzige Katastrophe, und das nur wegen ein paar Kröten.“

Was war bei dieser „Katastrophe“ geschehen? Der Lauf für die beiden begann in einer Disco: Feuchtfröhlich noch dazu (als Gutachter sagt man „mittelgradige Alkoholisierung“) . Dort riss die junge Frau eine Wodkaflasche aus der Wandverankerung. Eine Angestellte bemerkte den Verlust, verwies das Duo aus dem Lokal. Es ging für die zwei Rausgeschmissenen per Taxi retour in die Innenstadt. Problem: Sie konnten den Fuhrlohn nicht bezahlen – zu kostspielig war der Discobesuch zuvor. Also musste sie der Taxler zum nächsten Geldautomaten bringen. Nächstes Problem – das Wochenlimit überschritten, null Chance auf Auszahlung.

Woher also das Geld nehmen wenn nicht stehlen? „Rauben!“, dachten sich die beiden 17-Jährigen und stießen gegen 2 Uhr in der Nacht auf zwei Passantinnen.

„Ich hörte ein Zischen“, erinnert sich gestern am Grazer Straflandesgericht ein Opfer – es war das Geräusch eines Elektroschockers. Damit wurde sie und ihre Freundin von den zwei 17-Jährigen bedroht. Die Raubopfer konnten flüchten, Beute blieb den Tätern keine. Das Unterfangen brachte ihnen aber drei Wochen U-Haft ein.

Der Staatsanwalt erklärt: „Das war keine Bagatelle, das war ein schwerer Raub unter Verwendung einer Waffe. Solche Taten haben häufig schwerwiegende Folgen für die Opfer.“ Die beiden Angeklagten nicken zustimmend, entschuldigen sich. „Ich weiß auch nicht, warum wir das gemacht haben. Es war ein dummer Gedanke“, erklären beide unisono.

„Versetzen Sie sich einmal in die Rolle der Opfer“, ermahnt sie der Richter. Die Opfer können zum Glück damit umgehen. Eines meint sogar: „Nein, ich brauch’ keinen Schadenersatz, er ist ja noch ein Bua. Alles ist wieder gut.“
Wegen versuchtem schweren Raub werden die beiden Steirer zu je sechs Monaten Haft (bedingt) und 1800 Euro Geldstrafe verurteilt. Richter Frei: „Die Hoffnung bleibt, dass es ein einmaliger Vorfall war.“

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