Pistole angesetztWeststeirer wurde für gesuchten Doppelmörder gehalten

"Da hab' ich fast einen Herzinfarkt bekommen": Franz Köppel aus Geistthal-Södingberg schildert, wie er von Cobra-Beamten umringt worden war. So geriet er ins Fahndungsnetz nach der Bluttat von Stiwoll.

Franz Köppel wurde bei der Suche nach dem Täter von Stiwoll kontrolliert © Andrea Kratzer
 

Während die Suche nach dem mutmaßlichen Doppelmörder von Stiwoll am Mittwoch in verminderter Intensität weitergeht (Bericht hier), wurde bekannt, dass am Allerheiligentag ein Weststeirer kurzfristig ins Fahndungsnetz der Polizei geraten war.

"Ich hatte einen Streit mit meinem Sohn, der in der Peter Leitner-Siedlung in Bärnbach wohnt", erzählt der Geistthal-Södingberger Pensionist Franz Köppel die Vorgeschichte. Aus Ärger über die Auseinandersetzung ließ der Mann sein Auto, in dem sich auch sein Führerschein befand, stehen. Er wollte von der Glasfabrik über die Hochtregisterstraße, die teils durch bewaldetes Gelände führt, zu Fuß nach Södingberg marschieren.

Beinahe Herzinfarkt

"Unterwegs sah ich eine Frau vor dem Haus und fragte sie nach einem Glas Wasser, weil ich sehr durstig war. Danach ging ich wieder weiter und rastete mich ganz oben irgendwo aus, als ich plötzlich einen Hubschrauber über mir bemerkte", schildert der Pensionist. Er schaute zu und blieb sitzen. "Auf einmal sind sechs Polizeiautos mit der Cobra dagewesen. Mir wurde die Pistole angesetzt und die Männer riefen: ,Hände hoch!' Ich habe da fast einen Herzinfarkt bekommen", sagt Köppel.

Er sagte seinen Namen, konnte aber keinen Ausweis vorzeigen. "Nach der Überprüfung und dem Vergleich mit den Fotos vom Mörder aus Stiwoll brachten mich die Polizisten zurück zu meinem Auto in Bärnbach. Was mich aber ärgert ist, dass sich niemand offiziell bei mir entschuldigt hat. Daheim sagen alle, die mich sehen: Da kommt der Mörder", so Köppel, der seine Geschichte im Gasthaus erzählt hat.

Verwechseln

"Der Mann ist schon mehrmals bei uns gewesen. Doch wir können uns nicht für irgendetwas entschuldigen, es ist ja nichts passiert und  wir haben nur unsere Arbeit gemacht", heißt es seitens der Polizei Voitsberg. Man habe den Mann freundlich behandelt und ihn sogar zum Auto gebracht, um weitere Anrufe aus der Bevölkerung zu vermeiden.

Aufgrund des Äußeren und der Kleidung hätte man den Södingberger leicht mit dem gesuchten Stiwoller verwechseln können. "Wir sind froh, dass uns die Leute anrufen und Hinweise geben. Derzeit kommen wir mit dem Überprüfen kaum nach. Die Leute sollen weiterhin vorsichtig sein, wir führen derzeit im Bezirk Voitsberg weiterhin verstärkte Streifentätigkeit durch."

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