RadikalisierungGeld aus Grazer Moscheen für den Kampf in Syrien

Gerichtsverfahren lieferten Hinweise: In Grazer Moscheen sollen Gelder für Terrorgruppen in Syrien gesammelt worden sein. Neun Moscheen werden als verfassungsfeindlich eingestuft.

STEIERMARK:  ANTI-TERROREINSATZ IN GRAZ
Anti-Terror-Razzia in der Islamistenszene im Jänner in Graz © Erwin Scheriau
 

Neun Grazer Moscheen sind als verfassungsfeindlich eingestuft. Es besteht der dringende Verdacht, dass in diesen Gebetsräumen IS-Kämpfer für Syrien angeworben werden, dass dort radikalisiert wird. Und Gerichtsverfahren gegen Jihadisten hätten klare Hinweise ergeben, dass in Grazer Moscheen Gelder für Terrorgruppen in Syrien gesammelt wurden, bestätigt ein Experte, der nicht genannt werden möchte. Zu brisant sei die Angelegenheit, meint er.

Mehrere Dutzend junge Kämpfer, Tschetschenen, Bosnier, Albaner sind von Grazer Moscheen aus in den Jihad nach Syrien gezogen. Das brachten Großrazzien in Grazer Moscheen ans Tageslicht. Ganze Familien, Männer, Frauen Kinder, sind verschwunden. Ob sie noch am Leben sind, weiß niemand. Zumindest neun Personen sind laut Behörden tot.

Derzeit aber sei die Ausreise von  Kämpfern für die Polizei kein großes Thema. Auch der Chef des Bundesamtes für Verfassungschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Peter Gridling, bestätigte erst dieser Tage in einer Fernsehdiskussion: Momentan würden mehr Kämpfer aus Syrien nach Österreich zurückwollen, als umgekehrt. Die Lage habe sich verändert, weil der IS vermehrt Verluste hinnehmen muss. „Macht es oben, hier in Syrien zahlt es sich nicht mehr aus“, werden rekrutierte IS-Kämpfer via Internet aufgefordert.

Gefahr durch Heimkehrer

Entschärft wird die Lage bei uns dadurch nicht. Im Gegenteil: Von den Heimkehrern aber auch allen jenen, die an der Ausreise gehindert wurden, gehe eine enorme Gefahr aus, so die Sicherheitsbehörden. Man dürfe die Gefahr nicht unterschätzen, heißt es, denn die Jihadisten-Prozesse hätten gezeigt, dass Wien und Graz Drehscheibe des radikalen Islam seien.

Auch was die Muslimbruderschaft betrifft, sind Wien und Graz Hotspots, wie eine Studie der George Washington Universität belegt. Diese islamische Bewegung sei auch in Österreich bereits sehr einflussreich, warnt ein Extremismus-Forscher in der Studie.

Muslimbruderschaft und Islamismus haben das selbe Ziel, erklärt ein Experte: „Die Schaffung einer islamischen Weltherrschaft. Doch die Mittel, um das Ziel zu erreichen, sind verschieden. Die Islamisten zünden Bomben, töten Menschen, die Muslimbruderschaft unterwandert unser System.“

Schlüsselpositionen

Warum Wien und Graz Hotspots sind, lasse sich leicht begründen: Nirgendwo anders in Österreich seien in den 60er- und 70er-Jahren so viele Studenten aus dem arabischen Raum nach Österreich gekommen. Sie sind geblieben, haben heute einflussreiche Jobs, so der Experte. Viele von ihnen gehören der Muslimbruderschaft an, deren Ziel die islamische Weltherrschaft sei. Dieses Ziel wollen sie ganz und gar nicht im Kampf erobern: Ihre Strategie: Strukturen aufbauen, diese festigen, infiltrieren, unterwandern, an Einfluss gewinnen.

Die Muslimbruderschaft soll bei der Ausbildung von islamischen Religionslehrern bereits eine Schlüsselposition einnehmen. Auch in Schulen, bei der Integration, im öffentlichen Dienst und sogar in politischen Parteien üben sie bereits ihren Einfluss aus, weiß man bei den Sicherheitsbehörden.

In der Steiermark schätzt man die Zahl der Muslimbrüder auf 500.

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